Hier ist die etwas andere Seite über Borussia Mönchengladbach
Hier gibt es aktuelle Fotos, Clips und Berichte meiner Stadionbesuche. Garantiert betrachtet durch die 100%ige schwarzweißgrüne Vereinsbrille!
Ältere Videoclips von mir findet ihr
Ich bin Mitglied im Fanclub Borussenfestung Siegerland.
++AKTUELL++AKTUELL++AKTUELL++ 34. Spieltag: Määnz nullfünf - Borussia 0:3 Es war eine geile Tour zum Abschluß dieser irren Saison. Zunächst trafen wir uns wieder an der Tankstelle in Siegen, um die Autos sinnvoll zu besetzen. Ali ließ sein Auto stehen und fuhr bei Uwe-Uwe 2.4 zusammen mit Osram, Patty und Uschi mit. Ich fuhr bei C&A im Auto mit. Auch Nr. 20 war an erstmals mit an Bord. Meistens fährt selbiger ja mit der Bahn zu den Spielen. Zunächst wurden die frisch eingetroffenen Fanclub-Schals bewundert und verteilt.Dann, in Erwartung eines entspannten Kicks, starteten wir Richtung Mainz. An der Raststätte Wetterau legten wir einen Zwischenstop ein. Eigentlich sollte sie nur ein bis zwei Zigarettenlängen dauern. Aber Ali, völlig ausgehungert, zog sich am Imbiss erst mal eine Currywurst rein, die nach seinen Angaben sehr gut war. Deshalb dauerte die Pause etwas länger, so dass Tine auf die Weiterfahrt drängte. Schließlich ging es dann doch weiter und wir erreichten Mainz rechtzeitig. Am Gelände des neuen Stadions angekommen, wurden wir bei der Einfahrt zum Parkplatz zurückgewiesen, da wir keinen Parkausweis hatten. Da fehlten ein paar Schilder, dass man einen solchen braucht. Eine typische Panne bei neuen Stadien. So suchten wir uns auf dem Gelände der Universität Parkplätze für unsere zwei Autos und wurden schließlich auf einer Baustelle zwischen Baubuden fündig. Etwas eng, aber kostenlos. Nach einem zehnminütigen Fußmarsch erreichten wir vom Regen durchnässt das Stadion. Dieses mit Sponsornamen versehene Stadion (Cornflakes-Arena oder so ähnlich) sieht von aussen eher aus wie ein Supermarkt. Ein hässlicher roter Klotz mitten in der Landschaft. Die Einlasskontrollen waren zum Glück recht oberflächlig. Seltsam dabei war, dass Tine ihren Rucksack abgeben musste, den Inhalt aber mitnehmen durfte. Vor dem Block traf ich noch Fossi, der mit dem Bus der Sauerländer gefahren war. Noch schnell wurde Bier besorgt und es ging rein in den Gästeblock. Von innen ist das Stadion überraschend schön, bis auf die hässliche rote Farbe. Recht steile Ränge, fast wie früher am Bökelberg, und ein eher unauffälliges Fangnetz lassen einen guten Blick auf das Spielfeld zu. Die Stimmung war von Anfang an gut. Auch die Ultras unten im Block waren heute sehr kreativ. Als erstes testeten sie die Qualität des Fangnetzes. Ergebnis: Test nicht bestanden! Ein Ruck, und das Netz zammelte herunter. Als nächstes wurden silberne und grüne Fähnchen aus Metallic-Folie verteilt. Ganz unten im Block gab es auch hunderte schwarzweißer aufblasbarer Wasserbälle. Dazu waren einige Fans im Hinblick auf die kommende Europatour in Urlaubskleidung erschienen, ausgerüstet mit Urlaubsutensilien wie Strohhüten Ananas-Cocktails und ähnlichem. Zum Anpfiff folgte dann die einmalige und amüsante Wasserball-Choreo, bei der die Bälle gleichzeitig aufs Spielfeld geworfen wurden. Wohl auch deshalb war zuvor das Fangnetz "entfernt" worden. So wurde der Anpfiff um eine Minute verzögert, bis der Ordnungsdienst die Bälle wieder vom Spielfeld geräumt hatten. Das Spiel begann der Gastgeber zunächst besser. Borussia war zunächst nicht gut im Spiel und nach vorne ging noch nicht viel. Die ersten Chancen des Spiels hatten die Karnevals-Kicker. Aber wirklich gefährlich wurde es für Borussia nicht. Nach und nach erspielte sich Borussia dann mehr Spielanteile und erarbeitete sich auch Chancen, die zunächst noch verpufften. Nach einer halben Stunde war es dann soweit. Daems setzte sich auf der linken Seite durch. Seinen Querpass erreichte Reus, der unhaltbar zum 0:1 einnetzte. Endlich sahen wir wieder den erfolgreichen Kurzpassfußball, den wir in den letzten Wochen öfters vermisst hatten. Borussia hatte das Spiel jetzt unter Kontrolle und ging mit der knappen Führung in die Pause. In der zweiten Hälfte setzte Borussia das souveräne Spiel fort. Den Mainzern fiel kaum noch etwas ein. Borussia hatte mehrere gute Chancen. Ring scheiterte noch am Mainzer Torwart. Aber nur wenige Minuten danach machte es Reus besser und erhöhte nach genialem Zuspiel von Neustätter auf 0:2. Jetzt wurde es ein richtig entspannter Kick. Gegenwehr von Mainz war kaum noch vorhanden. Selbst Uwe-Uwe 2.4 hatte kaum was zu meckern. De Camargo erhöhte das Ergebnis nach Zuspiel von Reus auf 0:3 und das Spiel war entschieden. Jetzt ging es wohl nur noch darum, Dante in seinem letzten Spiel für Gladbach ein Tor zu ermöglichen. Sein Freistoß sorgte aber nicht für Gefahr. Auch bei den zahlreichen Ecken kam er nicht in Kopfballposition und es wurde nichts mehr mit einem Tor für ihn. Am Ende war es ein hochverdienter Sieg für die Galerie. Es war ja schon vor dem Anpfiff klar, dass es für beide Mannschaften um nichts mehr ging. Nach dem Abpfiff war Feiern angesagt. Einige taten das mit Hilfe von Pyros. Nachdem sich der Rauch verzogen hatte, kam die Mannschaft vor den Gladbachblock, um mit uns Fans diese geile Saison zu feiern. Einzeln wurden die Spieler von uns Fans gefeiert, nachdem sie mit Sprechchören aufgefordert wurden. Nachdem zunächst die Abgänger Reus, Dante und Neustätter an der Reihe waren, wurden auch fast alle anderen Spieler nach vorne gerufen. Darunter mischte sich zur Freude unseres Präsis auch Uwe Kamps, dem besten Torwarttrainer dieses Planeten. Auch er hat diese Saison vollen Einsatz gezeigt. Er macht sich ja zumeist vor dem Spiel besser warm als unsere Spieler. Nachdem die Spieler sich verabschiedet hatten, leerte sich der Block nur langsam. Als wir es endlich hinaus geschafft hatten, wurde sich zuerst am Imbiss gestärkt. Dann traf ich noch ein paar Freunde aus alten Zeiten, unter anderem Gernot von den Custodes, meinem ehemaligen Fanclub, sowie Rübi von den Hagener Löwen. Auch Küche wurde wieder mal herzlichst begrüßt. Nach und nach verlor sich die Schar der verbliebenen Fans und wir machten uns auf Richtung Parkplatz. Erneut wurden wir durchnässt vom pünktlich einsetzendem Regen. Das motivierte Uschi und Uwe-Uwe 2.4 zum Pfützenpogo. Waren wir durch den Regen nicht schon nass genug? Naja, wenn sie es brauchen... Am Parkplatz angekommen, schälten wir uns zunächst aus den nassen Klamotten, begleitet vom Song des Tages aus Präsis Autolautsprechern. Heute war das "Ali hat Schuld..." Ali nahm es aber mit Humor. Auch beim Zwischenstop auf der Rückfahrt war er gut drauf und legte eine Tanzeinlage auf der Raststätte hin. Zu lange hielten wir uns diesmal jedoch nicht auf. Wir hatten am Abend ja noch was vor. Unser Neumitglied Flipper, der nicht mit nach Mainz gefahren war, hatte zu sich in seine Partyhütte nach Kratzwinkel eingeladen. Nachdem wir Nr. 20 in Betzdorf am Bahnhof abgesetzt hatten, traf unser verbliebener Rest etwa um 21 Uhr in Kratzwinkel ein. Dort wurden wir herzlich von einer bunt gemischten Schar von Gladbachfans und ein paar Fans anderer Konfession empfangen, die doch schon teilweise etwas biergeschädigt war. Bevor wir uns auch dem Bierkonsum hingeben konnten, wurde jedoch erst noch Präsis Wettschuld gesühnt. Vor einem Jahr, nach dem Klassenerhalt durch die Relegation, hatte er leichtfertig seine Haarpracht auf das Erreichen des internationalen Wettbewerbs in dieser Saison verwettet. Uschi übernahm die Vollstreckung persönlich. Unter Sprechchören und Applaus fiel die Haarpracht. Ne, Präsi, was hast du die Haare schön! Die abgeschnittenen Haare wurden übrigens sorgsam aufgefegt und eingepackt. Sinnvolle Vorschläge für die weitere Verwendung der Haare sind jedoch bisher noch nicht gemacht worden. Jetzt endlich war mehr Zeit, sich um die leckeren Salate mit Bockwürstchen und die reichlich vorhandene Hopfenbrause zu kümmern. Die Stimmung war prächtig. Uschi und Gandalf konnten jetzt endlich mal ihre versteckte Pyromanie ausleben. Es wird wohl das neue Traumpaar. Uschi steht halt nicht auf Männer mit Kurzhaarschnitt. Einen weiteren Höhepunkt gab es noch: Dennis zog in Bierlaune eine Wette durch und sprang bei diesem miesen Wetter in den noch kälteren Pool! Respekt! Ziemlich bibbernd, aber um zwanzig Euro reicher, kam er wieder heraus. Nach ein paar Stunden bei Bier und Musik verschiedenster Geschmäcker überzeugte uns Tine, die Heimfahrt anzutreten. War ja möglicherweise auch blöd für sie, nüchtern ihre Lieblingsschlagermusik zu ertragen. Gandalf und ich wären zwar gerne noch geblieben, aber Tine blieb freundlich, aber bestimmt. Und was sie sagt, ist Gesetz! Um kurz nach eins verabschiedeten wir uns und fuhren wieder nach Siegen. Nochmal vielen Dank an Flipper und Familie für die freundliche Einladung! Eine megageile Saison ist zu Ende! Bilder: 33. Spieltag: Borussia - Augsburch 0:0 Zum letzten Heimspiel der Saison konnten wir (C&A, Wolfgang, Steffi und ich) recht entspannt anreisen. Der vierte Tabellenplatz war so gut wie gesichert und die Chance, die Schalker noch von Platz drei zu verdrängen, war eher gering. Wir konnten also auch einen entspannten Kick erwarten. Wie sich zeigte, behielten wir mit unserer Prognose leider recht. Im Stadion angekommen, trafen wir als erstes die Fischbach-Brüder. Dennis war vom Vorabend wohl noch sehr angeschlagen und litt unter erheblichen Konditionsproblemen. Schon vor der Halbzeit musste er sich eine Auszeit nehmen und verließ den Block. Aber auch das half nichts mehr. Wenige Minuten vor Spielende war er verschwunden. Jaja, die jungen Leute können von den alten noch was lernen... Zum Spiel brauche ich nicht viel schreiben. Es war ein müder Sommerkick bei frühlingshaften Temperaturen mit wenig Torraumszenen. Die wenigen Chancen zu Beginn wurden halbherzig versemmelt. Der Schiedsrichter übersah ein Handspiel eines Augsburgers im Strafraum. Es hätte Elfmeter geben müssen. Auch Augsburg schoss ein paar mal auf unser Tor, was ter Stegen aber vor keine Probleme stellte. Zwischendrin war es nur Krampf und müdes Geschiebe. Erst zum Schluß erarbeitete sich Borussia noch ein paar Chancen, die ebenfalls vergeben wurden. Allein Reus hatte mehrfach den Siegtreffer auf dem Fuß, scheiterte aber am Augsburger Torwart Jentsch, der übrigens gebürtiger Gladbacher ist. Am Ende war es ein gerechtes Unentschieden. Für mich waren die vereinzelten Pfiffe aus der Kurve unverständlich. Viel mehr war heute nicht zu erwarten. Man hat gemerkt, dass die Luft kurz vor Ende dieser Super-Saison raus ist. Wer hätte schon damit gerechnet, dass wir vierter werden? Die Highlights des Tages kamen erst nach dem Abpfiff. Die Mannschaft feierte vor der Kurve das Erreichen des internationalen Wettbewerbs. Auch wurden die Spieler, die Borussia leider verlassen, verabschiedet. Bei Dante gab es wieder vereinzelte Pfiffe. Warum? Er hat sich immer reingehangen und alles gegeben. War doch klar, dass er irgendwann gehen wird. Er wäre fast schon letztes Jahr weg gewesen. Danke, Dante, für drei geile Jahre! Trainer Lucien Favre bekam auch seinen Extra-Auftritt. Dafür wurde er nochmal aus der Kabine geholt, in die er direkt nach dem Abpfiff verschwunden war. Er wurde aber lautstark von der Kurve gefordert und ließ sich nicht lumpen. Allein vor der Kurve machte er die Welle. Vielen Dank an Lucien Favre! Ohne ihn wären wir jetzt nicht da, wo wir jetzt sind! Dank ihm haben wir letzte Saison die Klasse gehalten und sind jetzt in der CL-Qualifikation dabei! Nachdem sich alle Leute von der Borussenfestung Siegerland hinter der Kurve wieder getroffen hatten, gingen die meisten noch zur Fanfete am Fanhaus. Das sollte das letzte Highlight des Tages werden. B.O. machte das Fanhausgelände, dass ziemlich gut gefüllt war, zur Partyzone, auch mit ihrem neuen Europapokal-Song. Geschätzte 6.000 Fans tummelten sich jetzt vor der Bühne und bei den Bierständen. Heute waren auch wieder 90 Liverpool-Fans zu Gast. Auch zahlreiche Augsburg-Fans, die ja auch was zu feiern hatten, nämlich ihren Klassenerhalt, fanden sich ein. Es war also ein bunter Mix von Fans mit Partylaune. Moderate Bierpreise (20€ für ein 5-Liter-Fass) sorgte dafür, dass der Pegel rasch anstieg. Nur kurz mussten wir warten, bis die Mannschaft ihren Besuch abstattete. Als erstes bombardierte sie die Fanschar mit unzähligen Sponsorbällen. Da mutierten beim Versuch, die Bälle zu fangen.so manche Erwachsene zu Kindern. Wie ich später erfuhr, ging dabei das eine oder andere Handy zu Bruch. Tja, Küche, wenn man Bilder macht, kann man keine Bälle fangen. Auch Steffi gelang es, einen Ball zu erobern. Uschi und Uwe-Uwe 2.4 sowieso. Die haben ja immer Bedarf an Bällen für ihre Rasselbande. Danach erwies sich die Mannschaft mal wieder als sehr musikalisch. Unter der Regie von de Camargo stellte sie die Borussia-Version eines aktuellen Latino-Hits vor. Auch die altbewährten Lieder "Elf vom Niederrhein" und "Die Seele brennt" wurden gemeinsam gesungen bzw. gegröhlt. Dann war es Zeit, die Mannschaft zu verabschieden. Die Spieler verließen die Bühne. Auch vor der Bühne wurde es merklich leerer. Die Event-Touristen und Modefans gingen jetzt ebenfalls nach Hause. Der harte Kern blieb jedoch. B.O. und später noch zwei weitere Bands setzten die Beschallung fort. Gute Party-Mucke! Der weiter ansteigende Bierpegel ließ dann auch bei einigen Fans die Zurückhaltung fallen. Das Ergebnis war dann Pfützen-Pogo. Da wir dummerweise in der Nähe der größten Pfütze standen, blieb kaum einer von uns von Schlammspritzern verschont. Uschis Kids, die auch mit dabei waren, waren jetzt in ihrem Element und sauten sich so richtig ein. Ob Uschi die Kids am Abend als Ganzes in die Waschmaschine gesteckt hat, ist mir leider verborgen geblieben. Als der Bierpegel weiter angestiegen waren und die ersten tieffliegenden Bierfässer und Sponsorbälle zu bemerken waren, entschlossen wir uns, besser die Heimfahrt anzutreten. Die sollte es auch noch in sich haben. Zuerst landeten wir in einer unangekündigten Vollsperrung am Dreieck Jackerath und befanden uns plötzlich auf der Autobahn Richtung Aachen. Worauf sich eine amüsante Diskussion zwischen unserem Fahrer und seinem blonden 8-Bit-Navi auf dem Beifahrersitz entfachte. Selbst die sonst so geduldigen Mitfahrer auf der Rückbank mischten sich ein. Der Fahrer ignorierte jedoch alle Ratschläge und fand nach längerer Landstraßen-Fahrt selbst wieder den Weg auf die Autobahn Richtung Heimat. Einen Schmunzler verursachte dann noch unser Navi Tine auf dem Rasthof Frechen. Die Männer haben es bei den Pinkelpausen ja einfacher. Tine kam jedoch laut schimpfend nach Verrichtung ihres Geschäfts aus dem Gebüsch und war gar nicht zu beruhigen. Sie hatte sich als Versteck im Dunkeln einen Brennesselbusch ausgesucht. Anschließend hat sie auf dem Rest der Rückfahrt wohl recht warm gesessen. Tja, es war nur clever! So spart man sich die Kosten für eine Sitzheizung. Um kurz vor Mitternacht waren wir dann wieder in Siegen. Bilder: 32. Spieltag: Doofmund - Borussia 2:0 Zum Borussen-Duell setze unser Fanclub diesmal einen Bus ein. Mittlerweile hat unser Fanclub ja schon eine stattliche Mitgliederzahl, so dass sich der Einsatz eines Busses lohnt. Mit etwa dreißig Leuten starteten wir ab Siegen Richtung Zecken-Town. Auch ein paar schwatzgelbe Fans hatten wir im Bus dabei. Auf der Raststätte Sauerland trafen wir auch wieder unsere Freunde von Sauerland-Powerland, die natürlich auch wieder mit dem Bus unterwegs waren und es sich nicht nehmen ließen, sich durch Böller und Rauchbomben bemerkbar zu machen. Auch nach der Ankunft auf dem Parkplatz im Westfalenpark waren Böller zu vernehmen. Die anwesende Polizei beließ es aber bei Beobachtung und griff nicht ein. Insgesamt war es eine recht entspannt wirkende Situation mit entspannt wirkenden Ordnungskräften. Vor dem Stadion zerstreute sich dummerweise unser Fanclub, weil jeder noch irgendwie andere Pläne zur Gestaltung der Zeit bis zum Anpfiff hatte. So ging ich mit meiner Tochter Steffi recht schnell ins Stadion. Die Personenkontrollen waren diesmal recht oberflächlich. Noch schnell einmal aufs Klo und ein Bier geholt und schon ging es rein in den schon frühzeitig vollen Gästeblock. Zum Glück fand sich oben links im Block noch ein Eckchen mit etwas Platz für uns, wo auch Steffi gute Sicht hatte. Später erfuhr ich, dass die anderen wohl erhebliche Probleme mit dem Finden eines Platzes hatten, weil der Eingangsbereich verstopft war und die Ordner lieber Fußball guckten, statt den Eingang freizuhalten. Gandalf erhielt nach seinen Angaben dabei einen "Bodycheck auf den Oberschenkel". Wie das ausgesehen hat, muß wohl bei ihm selbst erfragt werden. Jedenfalls kam er später leicht humpelnd aus dem Stadion. Das Spiel ist schnell erzählt. Die Vorraussetzungen waren klar. Da die Bazis in Bremen gewonnen hatten, benötigten die Zecken einen Sieg, um die Meisterschaft klar zu machen. Und so lief auch das Spiel. Doofmund war sehr druckvoll und hatte einige Chancen, darunter einen Pfostentreffer. Das 1:0 fiel zwangsläufig, wenn auch nach einem nicht gerechtfertigtem Freistoß, per Kopfball. Bis dahin war von Offensivbemühungen unserer Borussia nichts zu sehen. Die einzig gute Aktion in der ersten Hälfte endete mit einem Tor von Hanke, dass aber wegen angeblicher Abseitsstellung nicht anerkannt wurde. Wie die Fernsehbilder zeigten, war es eine Fehlentscheidung. Wie wäre es gelaufen, hätte dieses Tor gezählt? Aber das hilft uns auch nicht weiter. Insgesamt waren wir mit dem Halbzeitstand von 1:0 gut bedient. In der zweiten Hälfte kam Borussia etwas besser ins Spiel. Unsere Angreifer rannten sich aber immer wieder in der Zecken-Abwehr fest. In diese Drangphase hinein fing sich Borussia einen Konter, der zum 2:0 verwertet wurde. Erst danach hatte Borussia richtig gute Chancen. Der Schuß von Reus wurde auf der Linie abgewehrt, nachdem er den Torwart schon umspielt hatte. Auch bei ein paar Sololäufen bekam er mehr Gegenwehr als noch eine Woche zuvor beim Derby und konnte sich nicht in Zweikämpfen durchsetzen. Die Zecken ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen. Sie hatten auch noch ein paar Chancen, aber nicht mehr so deutliche wie in der ersten Hälfte. Kurz vor Schluß köpfte Dante noch einmal über das Tor. Am Ende war es eine verdiente Niederlage gegen den alten und neuen deutschen Meister, der über die gesamte Spieldauer den stärkeren Siegeswillen zeigte. Dementsprechend laut wurde es nach dem Abpfiff, als die Zecken ihre Mannschaft feierten. Nur ein Teil unserer Spieler kamen zum Gästeblock, um sich zu verabschieden. Ist wohl auch blöd, dem Gegner beim Feiern der Meisterschaft zuzusehen. Dabei fiel auch reichlich Pyrotechnik in der schwatzgelben Wand auf, auch schon vor Spielende. Und so was bei einem Heimspiel! Schämt euch, Zeckenfans! Nachdem wir es endlich wieder geschafft hatten, aus dem Block zu gelangen, trafen wir auch wieder den Rest des Fanclubs hinter dem Block. Wir waren uns einig darüber, dass es eine verdiente Niederlage war, obwohl im Zustandekommen unglücklich. Auch, dass die Zecken verdient deutscher Meister geworden sind, ist unzweifelhaft. Glückwunsch, Zecken-Town! Seltsamerweise hörte man auf dem Weg zum Busparkplatz nur Gesänge unserer Borussenfans. Die wenigen Fans, die das Stadion und die dort stattfindende Meisterfeier schon verlassen hatten, zogen Gesichter, als wären sie abgestiegen. Ein seltsames Volk! Amüsant war auch Gandalfs Monolog über die Zustände im Stadion. Er hatte ja im Gedränge eine leichte Blessur erlitten und steigerte sich fast in einen Schimpf-Rausch. Leicht humpelnd erreichte aber auch er den Bus. Komisch, mir ist hier in über zwanzig Jahren noch nie was passiert. Nachdem wieder alle am Bus eingetroffen waren, ging es auf die Rückfahrt. Die Stimmung war trotz der Niederlage recht gut. Die Handvoll Zeckenfans in unserem Bus hielten sich seltsamerweise ziemlich zurück. Waren sie nicht eben deutscher Meister geworden? Dennis, unser Gröhl-Nachwuchs, versuchte sich erneut mit dem Kultgröhl "Zehn nackte N...", worauf ich mal wieder beweisen musste, dass es auch lauter geht. Nach erneutem Zwischenstopp auf der Raststätte und erneutem Treffen des Sauerländer Fanclubs trafen wir um kurz vor Mitternacht wieder in Siegen ein. Bilder: 31. Spieltag: Borussia - Effzeh Rattenpack Kxln 3:0
Zum Derby gegen den Beklopptenverein war die Borussenfestung Siegerland mal wieder stark vertreten. Ich fuhr mit C&A im Auto mit. Dabei waren auch Jörg und Wolfgang. Im Stadion angekommen, trafen wir uns mit den anderen hinter der Kurve, um noch einiges zu bereden. Auch einige Mitglieder, die noch nicht so lange im Fanclub sind, wurden begrüßt, unter andere die Katzwinkel-Fraktion und Antje aus dem Hickengrund. Nach der obligatorischen Stärkung am Imbiss ging es rein in den Block. Richtiges Bier gab es ja aus Sicherheitsgründen heute nicht, deshalb musste es heute mal ein alk-freies Colabier sein. Das Stadion war heute nicht ganz ausverkauft. Etwa 1200 Karten hatten die Kxlner von ihrem Kontingent zurückgeschickt. War es Angst vor Randale oder hatten sie das Flaschenverbot wörtlich genommen und 1200 Flaschen waren daheim geblieben? Jedenfalls waren die Karten nicht erneut angeboten worden und die Plätze blieben leer. Die anwesenden Kxln-Fans schienen führungslos zu sein. Jedenfalls war das ganze Spiel über so gut wie nichts von ihnen zu hören. Nur beim Einmarsch der Mannschaften fielen sie mal wieder negativ durch einige Bengalos auf. Die Stimmung in der Nordkurve war dafür um so besser. Da bereits vor Anpfiff feststand, dass Borussia nach sechzehn Jahren erstmals wieder international vertreten sein wird, war wiederholt das Europapokal-Lied in aller Munde. Auch die Gäste aus dem Debilenkaff bekamen mehrfach die akustische Breitseite in Form von Schmähgesängen. Wie gesagt, aus dem Gästeblock kam rein gar nichts. Das Rattenpack hatte sich wohl schon vor Anpfiff mit der anstehenden Standardklatsche abgefunden. Borussia begann das Spiel druckvoll und war feldüberlegen, ohne zu zwingenden Torchancen zu kommen. Nur bei der schönen Direktabnahme von Hanke musste Rensing sich mächtig strecken. Den ersten Torschuss aufs Gladbacher Tor gab bei einem der wenigen Angriffe der Kxlner der aus Polen stammende deutsche Nationalspieler ab, der aber deutlich drüber ging. Ansonsten war Borussia drückend überlegen. Nach neunzehn Minuten wurde Reus vor dem Strafraum gefoult. Arango dachte daraufhin wohl ans Hinspiel zurück, wo er per Freistoß ein Tor erzielt hatte. Für alle, die es damals verpasst hatten, wiederholte er seinen Streich. Es war die selbe Position und die selbe Ecke. Nur die Flugbahn war geringfügig höher. Das Ergebnis war das selbe: Der Ball schlug unhaltbar rechts unten ein und es stand 1:0! Jetzt nahm das Derby etwas Fahrt auf. Borussia hatte viel Ballbesitz und weitere Chancen auf das zweite Tor. Die größte vergab Hanke freistehend, nachdem Reus den Ball erobert und gut aufgelegt hatte. Hanke hatte wohl zu viel Zeit zum Nachdenken und scheiterte an Rensing, dem einzigen Kxlner in Normalform. Mit der knappen Führung ging es in die Pause. Am Anfang der zweiten Halbzeit kamen die Kxlner zunächst etwas besser ins Spiel und hatten ein paar Chancen. Wir konnten uns aber auf ter Stegen verlassen, der mal wieder ein sicherer Rückhalt war. Aber diese Druckphase der Gäste dauerte nicht lange. In der 53. Minute verlängerte Jantschke, der für den verletzten Neustätter eingewechselt worden war, eine Freistoßflanke von Reus per Kopf zum 2:0! Schade, dass ich heute nicht im selben Block wie unser Präsi stand. Ich hätte gerne seinen Kommentar zu seinem Lieblingsspieler gehört. Und es war keine Zeit zum Verschnaufen. Kaum war die Lautsprecheransage zum 2:0 verstummt, lief schon der nächste Angriff. Reus machte drei Kxlner Abwehrspieler zu Brummkreiseln und schob an Rensing vorbei zum 3:0 ein! Jetzt war der Drops gelutscht und die Stimmung war auf ihrem Höhepunkt. Die Kxlner fügten sich in ihr Schicksal und offenbarten erschreckend spielerische Schwächen. Ein paar zaghafte Versuche scheiterten kläglich und wurden mit höhnischem Beifall quittiert. Borussia beschränkte sich jetzt überwiegend auf das Verwalten des Ergebnisses mit gelegentlichen Vorstößen. Dass dieses Spiel für die Kxlner nicht in einem Debakel endete, lag nur an Rensing, der mehrfach weitere Gladbacher Chancen abwehrte. Den Höhepunkt aus Gästesicht lieferte der Pole, dessen Freistoßflanke nahe der Eckfahne landete. Da von den Beklopptenfans nichts zu hören war, übernahm kurzerhand die Nordkurve die Anfeuerung des Nationalspielers, dessen dicken Hals man bis in die Nordkurve sehen konnte. Auch weitere Schmähgesänge wie "Trainer raus" oder "Solbakken" sowie "Auf Wiedersehen" mit Taschentüchergewinke mussten die Gäste jetzt ertragen. Vielleicht war es teilweise übertrieben, aber das ist Geschmackssache. Schon eine Viertelstunde vor Schluß wurde unter Jubel das Derbysieg-Banner ausgerollt. Reaktion der Kxln-Fans: Fehlanzeige! Borussia brachte das Ergebnis jedenfalls sehr souverän über die Zeit und es war am Ende ein hochverdienter Sieg, der leicht hätte höher ausfallen können. Es war der vierte Derbysieg in Folge mit der Gesamt-Bilanz von 15:1 Toren! Dementsprechend wurde die Mannschaft vor der Kurve gefeiert. Roel Brouwers, von der Kurve als Vorsänger auserkoren, stimmte das Europapokal-Lied an. Heute wurde das zweite Saisonziel, die internationale Teilnahme in der nächsten Saison, klargemacht. Alles was jetzt noch kommt, ist die Kür! Die Champions-League ist auch noch in Reichweite! Wer hätte noch vor einem Jahr an so was gedacht, als wir Tabellenletzer waren? Mit Abstiegssorgen müssen sich momentan die Kxlner herumschlagen. Wäre eigentlich schade, wenn sie absteigen. Es würden auch sechs sichere Punkte absteigen. Nachdem die Mannschaft sich verabschiedet hatte, trafen sich alle wieder hinter der Kurve, um das Derby zu verarbeiten. Unsere Autobesetzung ging dann noch mit Kerstin zur Fansteinraute, um dort noch ihren Kxlner etwas moralisch aufzubauen. Ist ja schon ziemlich blöd, Fan einer solch spielerisch toten Mannschaft zu sein. Aber das kennen wir ja auch aus der Vergangenheit. Danach machten wir uns auch wieder auf den Heimweg. Auf der Raststätte Aggertal trafen wir noch die Sauerländer, die mit dem Bus unterwegs waren. Noch einmal wurde lautstark klargemacht, wer die Nummer eins am Rhein ist. Dann fuhren wir zügig weiter Richtung Siegen, wo wir etwa um halb neun eintrafen. Bilder: 30. Spieltag: Wärter Bremen - Borussia 2:2 Heute war ich mal nicht vor Ort. Unter der Woche sind so weite Auswärtsfahrten für mich berufsbedingt leider nicht machbar. Und ich muss mir ja noch Urlaubstage übrig behalten. Deshalb verfolgte ich das Spiel heute im Internet per Livestream. Borussia übernahm von Beginn an die Initiative und wirkte spielerisch verbessert gegenüber den letzten Spielen. Einige gute Chancen wurden erspielt, aber nicht genutzt. Von den Fischköppen war zunächst nichts zu sehen. In der 17. Minute hatte Herrmann die Riesenchance zur Führung nach Vorarbeit von Reus, aber der Ball verfehlte das Tor nur knapp. Und wie das so immer ist, rächt sich so was. Im Gegenzug trat Dante beim Abwehrversuch über den Ball und die Bremer nutzten ihre erste Torchance zum 1:0. Borussia steckte das Gegentor aber gut weg und drängte auf den Ausgleich. Einen Konter der Borussia stoppte ein Bremer per Notbremse und flog vom Platz. Weitere gute Chancen wurden erspielt, um den Ausgleich zu erzwingen. Der gelang aber bis zur Pause nicht mehr. In der zweiten Hälfte entwickelte sich ein hochklassiges Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Nur nach wenigen Minuten nutzte Hanke seinen Freiraum und schoss platziert zum Ausgleich flach in die rechte Torecke! Jetzt war Borussia wieder gut im Spiel. In der 67. Minute erzielte Hanke bei einem Konter nach Vorarbeit von Reus das 2:1! Aber die Freude währte nur kurz. Wenige Minuten später bekamen die Fischköppe einen zweifelhaften Freistoß zugesprochen. Unsere Abwehr war einen Moment lang unsortiert und Bremen konnte ausgleichen. Danach wurde es ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Die beste Chance vergab der eingewechselte Ring, der nur die Latte traf. So blieb es am Ende beim 2:2. Unnötig wurden heute zwei Punkte verschenkt. Ein Sieg wäre verdient gewesen, aber die Abschlußschwäche und zwei Fehler in der Abwehr brachte Borussia um den verdienten Lohn. 29. Spieltag: Borussia - Hertha BSC Bärlin 0:0 Es war ein sehr anstrengendes Osterwochenende. Nach dem Auftritt unseres Fanclubs Borussenfestung Siegerland beim Schwarzweiß-Gründonnerstag im Sauerland, bei dem das Freundschaftsspiel leider mit 2:7 verloren wurde, ging es am Freitag für mich schon weiter zu meinen Freunden vom Fanclub Niederrhein-Division in Brachelen. Diesmal wurde ich endlich mal wieder begleitet von Tochter Steffi. Sie sollte auch mal das Drumherum erleben, wenn man ein Spiel der Borussia ohne An- und Abreise am selben Tag guckt. Hat ja auch was, wenn man sich ohne lange Anreise in Kneipen auf das Spiel vorbereiten kann, anstatt nach längerer Autofahrt direkt zum Stadion zu gehen. Unsere Stationen waren, wie wir es gewohnt sind, das "Töff-Töff" in Rheydt und nach der Fahrt mit dem Shuttle noch das Fanhaus. Schon einigermaßen gut dabei gingen wir schließlich zum Stadion. Dieses war gut gefüllt und fast ausverkauft. Nur wenige Plätze im Gästebereich blieben frei. Die Stimmung war zunächst gut, ließ aber im Verlauf des Spiels immer mehr nach. Zu dem Spiel selbst brauche ich heute wirklich nicht viel schreiben. Wieder war ein Gegner zu Gast, der nur darauf aus war, kein Gegentor zu bekommen. Dementsprechend schwer tat sich Borussia mit den tief stehenden Bärlinern. Den ersten Torschuß der Borussia gab es nach fast einer halben Stunde durch den für Reus eingewechselten de Camargo. Reus hatte sich schon früh verletzt. Sein Fehlen ließ die Kreativität im Sturm auch nicht besser werden. Herthas Chancen: Fehlanzeige! Erschwerend war heute auch, das der erneut schwache Bratwurst-Schiri zu kleinlich pfiff und kaum Spielfluss zuließ. Halbzeitstand des Grottenkicks: 0:0 Die zweite Hälfte war so ähnlich. Zu wenig Tempo und fehlende Ideen sorgten nur für wenig Gefahr für das Berliner Tor. Es gab kaum Torschüsse. Seit einigen Spielen hat sich Borussias Kurzpass-Spielsystem bei den Gegnern herumgesprochen und auch die Bärliner hatten sich darauf eingestellt. Und wenn doch mal eine Lücke im Bärliner Bollwerk war, ertönte ganz bestimmt der Pfiff vom Wurstschiri. Ab und zu trauten sich die Hauptstädter jetzt auch mal nach vorn, aber sie versuchten es lediglich mit ein paar harmlosen Distanzschüssen. Letztendlich war es ein ganz schlimmes Spiel, das keinen Sieger verdient hatte. Folgerichtig endete das Spiel 0:0. Nach dem Spiel trafen wir hinter dem Block den Rest der anwesenden Siegerländer Borussenfans, um sich noch kurz auszutauschen. Auch trafen wir Mattes aus Iserlohn, der sich mangels Zügen für die Heimfahrt dazu entschieden hatte, uns nach Brachelen zu begleiten und erst am Sonntag mit uns nach Hause zu fahren. Zusammen ging es wieder per Shuttle nach Rheidt, wo wir wieder im "Töff-Töff" bis zur Abfahrt unseres Zuges noch ein paar Gläser Hopfenbrause zu uns nahmen. Später, wieder in Brachelen angekommen, ließen wir den Abend gemütlich ausklingen. Na denn, frohe Ostern! Trotz des eher dürftigen Fußballspiels war die Tour ein Erlebnis. Mit guten Freunden feiert es sich immer gut. Bilder: 28. Spieltag: Hangover 96 - Borussia 2:1 Nach der eher unglücklichen Niederlage in der Vorwoche machten wir uns mit der Hoffnung auf Besserung zu fünft auf den Weg nach Niedersachsen. Am Start waren Fahrer Uwe-Uwe 2.4, C&A, Yannis und ich. Da Uwe-Uwe erst ab 11 Uhr Zeit hatten, mussten wir die Hinfahrt recht zügig antreten. Unterwegs kamen natürlich wieder reichlich geistlose Diskussionen über das sonstige Geschehen in der Bundesliga auf. Sehr gut gelang es, unseren Präsi glauben zu lassen, dass Effe neuer Trainer in Leprakusen wird. Sehr intensiv gab Uwe-Uwe seine Kommentare zu dem Thema ab und wir ließen ihn noch etwas zappeln, bevor ich ihn über das aktuelle Datum (1. April) aufklärte. Dumm von mir eigentlich, wir hätten ihn besser noch bis nach Spielende zappeln lassen sollen. Nachdem wir auch das leidige Thema des Herrn F. und seines Menschenmüll-Gelabers reichlich durchgekaut hatten, kamen wir schließlich etwa um viertel vor zwei in Hannovers Norden an. Es war empfohlen worden, besser dort als in Stadionnähe zu parken. Jetzt mussten wir nur noch die restliche Strecke mit der S-Bahn zurücklegen und wir kamen am Stadion an. Dort stellte Gandalf fest, dass er seine Marschverpflegung in Form von Kuchen im Rucksack mitgenommen hatte. Den würden wir bestimmt nicht ins Stadion hineinbekommen. Also gab es vor dem Stadion erst mal Kuchen für alle. Auch für ein paar diensthabende Ordner. Die Kuchen-Dose versteckten wir im Gebüsch, in der Hoffnung, dass sie nach Spielende noch da ist. Jetzt begann das Abenteuer Einlasskontrolle und die Wandlung von Gandalf zum Pyromanen. Gefühlte zwanzig Minuten benötigte der doch sehr gewissenhafte Ordner allein für ihn, um den Inhalt seiner endlos vielen Taschen und des Rucksacks durchzuchecken. Sieht ja auch wirklich gefährlich aus, dieser Typ! Der muß doch Pyros dabei haben! Da muß man schon mal genauer hinsehen. Irgendwo ist eine Einlasskontrolle ja ok, aber wozu wird der Inhalt von Geldbörsen und die Funktion von Handys und Kameras überprüft? Und es gab ein totales Fahnenverbot. Auch für kleine Kinder! Man kann auch alles übertreiben. Jedenfalls war die Schlange vor dem Eingang endlos. Irgendwann haben wir es dann doch geschafft, die Kontrollen zu passieren. Schnell wurde noch Bier besorgt und schon ging es rein in den Stehblock auf dem Oberrang. Die Sicht war recht gut und der Block war wie immer voll. Etwa 8.000 Gladbacher waren mitgereist und sorgten für einen guten Support, der aber im Laufe des Spiel immer mehr nachließ. Das Fehlen jeglicher Fahnen war auch irgendwie blöd. Lediglich ein paar Luftballons beim Einmarsch brachten ein paar Farbtupfer in unseren Block. Borussia begann das Spiel leicht feldüberlegen und hatte erste Torchancen. Die Schüsse verfehlten jedoch das Tor meist deutlich. Unsere Abwehr stand gewohnt gut und Hannover kam nicht durch. Nennenswerte Chancen hatten sie nicht. Die beste Chance für Borussia hatte de Camargo nach einer Freistoß-Flanke, als er den seltsam aufspringenden Ball nur knapp mit dem Kopf verfehlte. Nach und nach verflachte das Spiel und es war allgemeines Neutralisieren angesagt. Torlos ging es in die Pause. Zu erwähnen ist noch, dass Uwe-Uwe jetzt doch wirklich einen neuen Lieblingsspieler hat. Begeistert von Neustätter und seinen neuen orangeroten Schuhen feuerte er selbigen immer wieder an und begleitete jede seiner gelungenen Aktionen mit Applaus und Lobeshymnen. Ne, Präsi, so gut war Neustätter diesmal wirklich nicht... Die zweite Hälfte ging so weiter, wie die erste aufgehört hatte. Mit Fußball zum Abgewöhnen. Es gab viele ungenaue Zuspiele auf beiden Seiten, so dass es kaum Strafraumszenen gab. Borussia investierte auch zu wening in die Angriffsbemühungen und oft wurden trotz guter Optionen nach vorne die Angriffe abgebrochen und wieder hinten rum gespielt. Nur Reus gab einen Schuß ab, der jedoch das Tor verfehlte. Es war ein typisches 0:0 - Spiel. Bis zum Blackout von Stranzl, der dem Gegenspieler den Ball vor den Fuß köpfte. Der brauchte nur noch zum Mitspieler querlegen, der zum 1:0 einschoss. Dieses Gegentor hatte Borussia sich erbettelt. Wie schon eine Woche zuvor gegen Hoppelheim gelang es nicht, den Schalter auf Angriff umzulegen. Viel zu durchschaubar waren jetzt unsere Angriffsbemühungen. Nach einem unnötigen Ballverlust im Mittelfeld kam es noch schlimmer. Uwe-Uwes ehemaliger Lieblingsspieler Jantschke gab Hannovers Angreifer nur Geleitschutz und ließ die Flanke zu, die per Kopfball zum 2:0 verwertet wurde. Jetzt, wo es fast zu spät war, wurde Borussia wach. Direkt im Gegenzug setzte sich Nordtveit energisch durch und erzielte das 1:2. Die Hoffnung auf einen Punktgewinn war wieder da. Jedoch gelang es Borussia kaum, in Tornähe zu kommen. Zweimal wurde noch aufs Tor von Hannover geschossen, aber Hannovers Keeper parierte spektakulär. Zu spät kam Borussia ins Spiel. So war es am Ende eine verdiente Niederlage, weil Borussia zu wenig ins Spiel investiert hat und im entscheidenden Moment zu unaufmerksam war. Nach dem Spiel holten wir zunächst unser Banner wieder beim Fanmobil ab, wo wir es vor dem Spiel deponiert hatten. Fahnen und Banner waren ja verboten. Auch die im Gebüsch versteckte Kuchen-Dose fanden wir wieder. Nach einem kurzen Fußmarsch ereichten wir dann wieder die S-Bahn-Station. Beim Einsteigen wurde Gandalf, der Pyromane, mit einem "Hör auf zu drängeln, du Hafensänger!" begrüßt. Das konnte ja nur einer sein! Oh nein, den brauchte ich heute wirklich nicht mehr! Doch er war es leibhaftig. Der, dessen Geist seit einiger Zeit versucht, das Geschehen des Fanclubs zu manipulieren. Es war unvermeidlich. Der selbsternannte Misantroph Herr F. war in unserer S-Bahn! Und er ließ sich nicht lumpen und gab unter allgemeinem Geschmunzel alle auf der Hinfahrt angesprochenen Menschenmüll-Phrasen von sich. Glücklicherweise stieg er am Hauptbahnhof aus. Nicht, ohne zum Abschied einen seiner gefürchteten Pfiffe von sich zu geben. Weg war er! Länger als fünf Minuten kann kann man diesen Mensch auch nicht ertragen. Nach ein paar weiteren Stationen stiegen wir dann auch aus und gingen zum Auto. Die Rückfahrt verlief zunächst zügig. Uwe-Uwe wäre wohl gerne ohne Pause durchgefahren. Ich musste ihn schon fast nötigen, zur Pinkelpause anzuhalten. Weiterhin wurde Borussias Leistung ausdiskutiert. Auch die Begegnung mit Herrn F. war zur allgemeinen Belustigung ein Thema, obwohl ich meine, dass es so langlam mal reichen soll. Während der Fahrt sollten sich noch andere Probleme bemerkbar machen. Je näher wir der Heimat kamen, um so mehr machten sich unangenehme Geräusche und Vibrationen an Uwe-Uwes Auto bemerkbar. Vielleicht ein Plattfuß? Dieses zwang uns zu einem ungeplanten Stopp auf einem Parkplatz. Die Reifen waren jedoch in Ordnung. Lediglich der Auspuff schien Klappergeräusche von sich zu geben. Die genaue Ursache der Geräusche ließ sich jedoch nicht feststellen. In gemäßigtem Tempo fuhren wir weiter und waren etwa um halb zehn am Abend wieder in Siegen. Bilder: 27. Spieltag: Borussia - Söldnerprojekt Hoppelheim 1:2 Nur drei Tage nach dem unglücklichen Ausscheiden aus dem DFB-Pokal fuhren wir schon wieder zum Borussia-Park. Diesmal fuhren bei C&A im Auto neben mir auch Wolfgang aus Fischbach sowie Michi, der Sohnemann von Matthias aus Iserlohn, mit. Es war ein sehr herzliches Wiedersehen von Vater und Sohn, die sich bei Ankunft am Borussia-Park erstmals nach längerer Zeit wieder begrüßen konnten.
Zuvor kam es auf der Raststätte "Bedburger Land" zu einer Begegnung mit eine Großteil der Hoppelheimer Fanszene. Zwei Busladungen mit biergeschädigten Kraichgauern machten lautstark auf sich aufmerksam. Angesichts der ebenfalls reichlich anwesenden Gladbacher beruhigten sie sich jedoch schnell und eine ernsthafte Auseinandersetzung wurde vermieden. Überall sah man amüsierte Gesichter der Gladbacher über das kindische Gepöbel eines Haufens zusammengewürfelter Fans einer Fanszene, die sich noch erst entwickeln muß. Es war Unterhaltung pur, und das ganz ohne TV-Gebühren.
Das Stadion war wieder gut gefüllt. Wieder einmal waren über 52.000 Zuschauer da. Lediglich im Gästebereich waren noch ein paar Lücken, obwohl die Hoppelheimer wesentlich mehr ihrer "Fans" mitgebracht hatten als in den Jahren zuvor.
Aber zu hören war von ihnen gar nichts, weil die Nordkurve stimmungsmäßig genau da weitermachte, wo sie am Mittwochabend aufgehört hatte. Lautstark wurde die Mannschaft unterstützt, obwohl es doch ein paar Lücken in der Kurve gab. Tja, die Eventtouristen suchen sich halt nur die Topspiele raus. Aber die tragen ja nichts zur Stimmung bei, weshalb ihr Fehlen sich nicht akustisch bemerkbar machte. Die Ultras hatten mal wieder eine geile Choreo vorbereitet, die auch zur Stimmung beitrug.
Das Spiel brauchte lange, um Fahrt aufzunehmen. Nach einer langen Abtastphase kam es erst nach einer halbe Stunde zur ersten Torchance, die de Camargo jedoch vergab. Kurz danach verzog Reus aus guter Position. Aber nur einen Moment später machte er es besser und erzielte nach Vorarbeit von Herrmann das 1:0. Jetzt war Borussia so richtig in Fahrt. Eine weitere Chance vergab Arango, der nur die Latte traf. Chancen für die Hopp-Söldner gab es keine. Sehr schmeichelhaft für sie war der 1:0 - Halbzeitstand.
Nach der Pause ging es genau so weiter. Zahlreiche Chancen wurde erspielt, aber nicht genutzt. So langsam machte sich doch ein Kräfteverschleiß wegen der 120 Minuten vom Mittwoch bemerkbar. Das Spiel nach vorne wurde ungenauer. Jetzt rächte sich die mangelhafte Torchancenverwertung. Urplötzlich wurden die Gäste stärker. Nach 72 Minuten musste ter Stegen erstmals einen Schuß abwehren. Borussia kam kaum noch hinten raus und bettelte um das Gegentor. Und das fiel dann auch in der 77. Minute durch einen abgefälschten Schuß. Und damit nicht genug: Nur zwei Minuten später pennte die Abwehr nach einer Ecke und der Kopfball von einem der Hopp-Söldner fand erneut den Weg ins Tor. Man sah hängende Köpfe. Jetzt war es schwer, den Schalter nochmal umzulegen. Aber es half nicht, den vergebenen Chancen nachzutrauern. Nur jetzt fehlte wirklich die Luft für die Schlußoffensive. Eine gute Chance verwehrte der schwache Schiedsrichter, der einen Freistoß in guter Position nach Foul an Reus nicht gab. Kurz vor dem Ende versuchte es Daems noch einmal mit einem Distanzschuß, der vom Torwart abgewehrt wurde. Am Ende war es eine äußerst unglückliche und unverdiente Niederlage. Nach Abpfiff gab es keine Pfiffe. Die Nordkurve honorierte die Leistung der Mannschaft trotz der Niederlage mit Applaus. Zum Ende hin hatte einfach die Kraft gefehlt.
Erstmals in dieser Saison endete ein Heimspiel ohne Punktgewinn. Aber das musste ja mal passieren. Angesichts des Tabellenstands und der Ergebnisse der Konkurrenz ist diese Niederlage zu veschmerzen. Vor einem Jahr hatten wir ähnliche Heimspiele verloren, die uns damals richtig weh getan haben. Aber jetzt können wir mal auf richtig hohem Niveau jammern. Nach wie vor sieht es sehr gut aus mit dem internationalen Geschäft für die nächste Saison.
Vielen Dank auch an Gandalf für einen Teil der Bilder in diesem Bericht. DFB-Pokal, Halbfinale: Borussia - Bauern Lynchen 2:4 n. Elfmeterschießen Es stand das Heimspiel des Jahres an. Es waren die Bazis zu Gast, die Borussia in dieser Saison schon zweimal besiegen konnte. Nur mittlerweile hatten die Bazis sich stabilisiert und kamen mit der Bilanz von zwanzig erzielten Toren in den letzten drei Spielen in den Borussia-Park. Es dürfte also nicht einfach werden. Die Borussenfestung Siegerland setzte auch diesmal einen Bus ein. Ich zog es aber (wie auch Osram) vor, mit C&A mitzufahren, weil für mich am nächsten Morgen Frühschicht angesagt war. Und wer unsere Bustouren kennt, weiß, dass die Rückfahrt schon mal länger dauern kann. Sehr früh trafen wir in Gladbach ein. Die Stadioneingänge waren noch nicht geöffnet. Während C&A beim Stadion blieben, um einen guten Platz für unser Banner zu ergattern, zog es mich noch zum Fanhaus. Dort traf ich Kerstin&Jupp sowie Stefan aus Remscheid mit Anhang. Auch ein paar der Attendorner kamen noch dazu. Nun, hier wurde ich erstmals an diesem Abend zum Bierkonsum gezwungen. Angesichts von Stefans Vorrat in Form eines 5-Liter-Fässchens war Gegenwehr zwecklos. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, mich mit dem Konsum von Hopfenbrause zurückzuhalten. Aber naja, die Frühschicht war noch weit. Nach ein paar Bierchen ging es dann zum Stadion. Dieses war natürlich ausverkauft und die Stimmung war durchweg gut, obwohl sich viele Tageskarten-Eventtouristen und einige unbekannte Leute in der Nordkurve waren, die erst noch zum Mitsingen motiviert werden mussten. Auch ging hier mein Bier-Martyrium weiter. Einer nach dem anderen zwang mich zum Mittrinken, ich kam damit kaum nach. Ganz schlimm! Warum fällt das keinem bei einem Wochendspiel ein, wenn ich darf? Aber ich werde euch verzeihen... Das Spiel begann so, wie viele es erwartet hatten. Die Bazis wollten den Schwung ihrer letzten Erfolge mitbringen und begannen druckvoll. Nach wenigen Minuten hatte Borussia Glück bei einem Innenpfosten-Treffer. Auch ter Stegen musste sein Können zeigen und parierte den Kopfball von dem Bazi mit den schönen Haaren. Nach und nach kam Borussia aber besser ins Spiel und erspielte sich auch mehrere Chancen. Reus und Daems scheiterten aber. Es entwickelte sich ein Klassespiel, dass hin und her ging. Die Bazis waren zwar feldüberlegen, unsere Abwehr hielt aber gut dagegen. Nur das Spiel nach vorne war oft ungenau, so dass die Bälle schnell wieder verloren gingen. Kurz vor der Pause verfehlte noch ein Kopfball von Dante das Bazi-Tor. Ansonsten hatten die Bazis mehr vom Spiel und der torlose Halbzeitstand war etwas glücklich. Nach der Pause verflachte das Spiel zunächst. Neutralisieren war angesagt. Aber es wurde dann wieder besser. Borussia hatte gute Chancen durch Arango und Reus, die Entscheidung zu erzielen.Die Bazis versuchten es immer wieder mit Distanzschüssen, die aber zumeist ungefährlich waren. Und für die gefährlichen Schüsse war ja immer noch ter Stegen zuständig, der einige gute Paraden zeigte. Dazu lieferte ein Stadionplakat den passenden Kommentar: "Ihr habt Neuer, wir die Nummer 1". Beide Torhüter sorgten dafür, dass es torlos auch in die Verlängerung ging. Wenige Minuten vor dem Ende hatte Neuer die Riesenchance von Reus zunichte gemacht. In der Verlängerung ging es so weiter. Zum Ende hin nahm der Druck der Bazis noch mal zu, aber Borussia stand trotz schwindender Kräfte gut. Die wenigen eigenen Angriffe wurden auch abgewehrt, so dass am Ende die Entscheidung durch Elfmeterschießen anstand. Hier wurde derjenige zum tragischen Helden, der in den 120 Minuten zuvor der beste Spieler auf dem Platz war. Nachdem Daems und Herrmann für Borussia getroffen hatten und auch die Bazis ihre Elfer verwandelt hatten, schoss Dante über das Tor. Ausgerechnet Dante, dem die bayrischen Medien nachsagen, dass er nach Saisonende zu den Bazis wechseln will. Schon jetzt waren Äußerungen wie "Judas 2" in der Nordkurve zu hören. Hallo, geht's noch? Welche Vorteile hätte ein wechselwilliger Dante, wenn er zu diesem Zeitpunkt den Bazis das Erreichen des Pokalfinales ermöglicht? Keine! Alle, die was anderes behaupten, sind Dummschwätzer! Der Rest des Elfmeterschießens war schnell geschehen. Die Bazis trafen und Nordtveit musste treffen. Neuer wehrte aber seinen Schuß ab und die Sache war gelaufen. Aus der Traum! Trotz großem Kampf und einer engagierten Leistung war Borussia gegen heute stärkere Bazis durch das Lotteriespiel Elferschießen aus dem Pokalwettbewerb ausgeschieden. Nachdem sich der erste Schreck gelegt hatte, wurden die Dante-Nörgler schnell übertönt vom überwiegenden Teil der Nordkurve, die unsere Mannschaft trotz der Niederlage feierte. Wir können stolz sein auf das bisher erreichte. Gegen heute starke Bazis ausgeschieden zu sein, war keine Schande. Und das spürten auch unsere Spieler und bedankten sich in der Nordkurve für die Unterstützung. Nachdem wir alle Leute hinter der Kurve wiedergetroffen hatten, gab es auch kaum noch Anlass, sich noch aufzuhalten. Es war ja wegen der Verlängerung auch schon ziemlich spät. Nach dem üblichen Stau bis zur Autobahn ging der Rest der Heimfahrt dann zügig vorran. Um kurz vor zwei Uhr waren wir wieder daheim. Bilder:
26. Spieltag: Leprakusen - Borussia 1:2 Diesmal war ich nicht vor Ort im Stadion. Ein guter Kumpel feierte seinen 50. Geburtstag. Deshalb verfolgte ich das Spiel im Rahmen der Geburtstags-Fete beim Fanclub Niederrhein-Division in Brachelen, der mit Party-Raum inklusive Großbildwand ausgestattet ist. Borussia ging früh nach einem Abwehrfehler der Pillenfresser durch Reus in Führung und hatte das Geschehen zunächst unter Kontrolle. Unsere Abwehr arbeitete mal wieder gut und ließ keine zwingenden Chancen für die Gastgeber zu. Nur nach vorn lief nach der Führung für Borussia auch nicht mehr viel zusammen. Die Halbzeitführung ging aber trotzdem in Ordnung. Nach der Pause erhöhten die Chemiekicker den Druck, ohne wirklich gefährlich zu sein. Ter Stegen musste sich nur einmal wirklich strecken. Ansonsten hatte er nur einige Flanken abzufangen. Nach vorne lief für uns zunächst nicht viel. Immer wieder wurde der Ball im Spielaufbau schnell wieder verloren. Dennoch: Nach einer Stunde hatte Reus die Riesenchance auf sein zweites Tor. Er scheiterte aber mit seinem Lupfer am Werkself-Keeper. Und wie das so ist: Wer die Chanchen nicht nutzt... Eine Viertelstunde war noch zu spielen, als ter Stegen einen Kopfball nicht festhalten konnte. Die Pillen nutzten den Abpraller zum Ausgleich. Wer jetzt gedacht hatte, Borussia würde jetzt auseinanderbrechen, lag falsch. Es entwickelte sich ein Schlagabtausch, bei dem beide Mannschaften Chancen auf den Siegtreffer hatten. Zunächst hatte der eingewechselte de Camargo das Siegtor auf dem Fuß, scheiterte aber am Torwart. Im Gegenzug verfehlte ein Kopfball knapp das Gladbacher Tor. Die Pillen drückten auf den Sieg und standen sehr hoch. Das nutzte Borussia bei einem Konter in der vorletzten Minute. Reus setzte sich gegen drei Pillen durch und spielte im richtigen Moment auf de Camargo. Der machte es diesmal besser, umspielte den Torwart und schob zum Siegtreffer ein! Danach spielte Borussia die Zeit runter und die wichtigen drei Punkte konnten gefeiert werden. Ich denke, der Sieg geht in Ordnung, weil Borussia die besseren Chancen hatte und nach dem vermeidbaren Ausgleich eine gute Moral gezeigt hat und weiter auf Sieg gespielt hat. Einen weiteren Bericht aus Leverkusen von Gandalf, der mit weiteren Leuten der Borussenfestung vor Ort war, findet ihr 25. Spieltag: Borussia - Freiburch 0:0 Heute waren die Breisgauer zu Gast. Ein Gegner, mit dem Borussia es sich schon immer schwer getan hat. Wie sich zeigte, änderte sich daran nichts. Heute war die Borussenfestung Siegerland auch wieder mit der üblichen Besetzung vertreten. Dazu kam Wolfgang aus Fischbach, der bei uns (C&A und ich) im Auto mitfuhr und mit seiner Redseeligkeit dafür sorgte, dass bei der Hinfahrt weder Langeweile noch Müdigkeit aufkam. Frühzeitig trafen wir in Gladbach ein und nach der obligatorischen Stärkung am Imbiss ging es rein in die Kurve. Bis auf einige Plätze im Gästebereich war der Borussiapark wieder gut gefüllt und die Stimmung war von Anfang an gut.
Borussia war in der ersten Hälfte überlegen. Unser Trainer hatte umgestellt. Für de Camargo, der zuletzt enttäuschte, kam Wendt in die Startelf. Dadurch rückte Reus wieder in die Spitze, wo er seine Stärken besser ausspielen kann. Und das Offensivspiel war stark verbessert im Vergleich zum Nürnberg-Spiel letzte Woche. Aber letztendlich ohne Erfolg. Mehrfach wurden klare Chancen nicht genutzt, auch weil der orange gekleidete Torwart der Gäste einen Sahnetag erwischt hatte. Auch fehlte beim Abschluss oder beim letzten Pass oft die entscheidende Konzentration. Von den Freiburgern war bis zur Pause offensiv nichts zu sehen. Das 0:0 zur Pause war für sie schmeichelhaft. Die zweite Hälfte wurde ausgeglichener. Die Freiburger trauten sich etwas hinten raus. Aber wirklich gefährliche Chancen hatten sie nicht. Nur dafür sorgte Nordtveit, der, vom Gegner bedrängt, einen Eckball an die eigene Querlatte köpfte. Ansonsten hatte ter Stegen nur ein paar harmlose Flanken und Schüsse zu halten. Borussia hatte natürlich auch ein paar gute Chancen. Die beste vergab der eingewechselte de Camargo bei einem Konter, bei dem er das Tor knapp verfehlte. Zum Spielende hin erhöhte Borussia noch mal den Druck, scheiterte aber zumeist an dem Kanarienvogel im Tor der Freiburger, der die Bälle magisch anzog. Auch die Granate von Daems entschärfte er. Die letzte Chance vergab Arango aus spitzem Winkel. Seine Direktabnahme verfehlte das Tor. So blieb es am Ende beim für die Gäste glücklichen Unentschieden. Nach Spielende leerte sich die Kurve rasch. Noch bevor sich die Mannschaft vor der Kurve verabschiedete, waren viele schon weg. Scheiß-Eventtouristen! Haben wir jetzt schon fast bayrische Verhältnisse? So schlecht hat unsere Mannschaft heute nicht gespielt, hatte nur kein Glück im Abschluß und waren immer wieder am Torwart gescheitert. Auch wenn es manchmal nicht so gut läuft, sollte unsere Mannschaft immer respektvoll veabschiedet werden! Nachdem die Mannschaft weg war, trafen sich alle wie immer hinter der Nordkurve zur Spielanalyse. Teilweise wurde über die verlorenen Punkte gejammert. Aber auf höchstem Niveau! Wir sind immer noch dritter mit zwölf Punkten Vorsprung auf die nicht-internationalen Plätze. Und dabei wird es bleiben, weil sich heute noch Bremen und Hannover gegenseitig die Punkte nehmen. Wir sind immer noch in einer komfortablen Situation. Und auf die Modefans und Eventtouristen, die in der zweiten Hälfte gepfiffen haben, weil Freiburgs Torwart über sich hinauswuchs und somit unsere Hoffnung auf den Sieg zunichte machte, können wir verzichten!
Um Nachwuchs echter Borussenfans brauchen wir uns in unserem Fanclub keine Sorgen machen. Uschi hatte heute zwei ihrer Mini-Ultras dabei. Und die haben ja neben ihrer Mama unseren Präsi Uwe-Uwe-zwopunktvier als Vorbild. Wo soll das nur hinführen? Spätestens in zehn Jahren haben sie Stadionverbot! Nach und nach wurde sich verabschiedet und wir traten nach dem kleinen Fußmarsch über die Feldwege zu unserem Parkplatz in Hehn die Heimfahrt an. Vielen Dank auch an Uschi, die einen Teil der Bilder freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. 24. Spieltag: Effzehänn - Borussia 1:0 Um 8 Uhr am Sonntagmorgen trafen wir uns zunächst in Siegen an der Tankstelle, um die Autos dann sinnvoll zu besetzen. Uwe-Uwe fuhr im Auto von Mattes aus Attendorn mit. Unsere Autobesetzung war neben Fahrer Ali sein Sohnemann Nordtveit, C&A und ich. Schnell wurde noch vollgetankt und die nötigsten Einkäufe getätigt und los ging es Richtung Frankenland. Unterwegs wurde natürlich wieder viel geistlos diskutiert. Natürlich über die Ziele, die Borussia in dieser Saison noch erreichen kann. Aber den Vogel schoss Ansgar ab mit seiner These, dass Alis Auto älter als zehn Jahre sei, also neu! Naja, jeder hat so seine Ansichten. Auf einer der Zwischenstops, wo wir natürlich die Leute des anderen Autos wieder trafen, wurde sinnlos abgesülzt über den Zweck von Zwischenstops, die ja eigentlich nur aufhalten. Raucher und zwanghafte Pinkler können sich doch auch mal etwas beherrschen, oder? Auch der Geist des Herrn F. schwebte wieder umher, konnte aber nicht eindeutig lokalisiert werden. Nach zügiger Weiterfahrt kamen wir etwa um halb 12 in Nürnberg an und fanden einen guten Parkplatz hinter der Norisring-Tribüne. Es war noch Zeit bis zum Anpfiff. Also fuhren wir zunächst per S-Bahn ins Zentrum , um dort noch etwas in gepflegter Atmosphäre zu essen. Wir fanden unweit des Bahnhofs den Bierkeller der Privatbrauerei "Barfüsser", der fest in Gladbacher Hand war, geeignet. Nur war das Personal wohl auf nicht einen solchen Ansturm vorbereitet. Die meisten Tische waren besetzt und es war sehr eng. Dummerweise beanspruchte F. auch noch einen Stuhl für sich, so dass es noch enger wurde: Immerhin kam das Bier recht zügig und war sehr lecker. Nur wer Essen bestellt hatte, wurde enttäuscht. Viel zu wenigen Kellner waren absolut damit überfordert, jeden rechtzeitig zu bewirten. Das Essen war entweder fast kalt oder kam gar nicht. Zwei unserer Leute verließen am Ende mit leerem Magen die gastliche Stätte. Das Steakhaus gegenüber wäre wohl die bessere Wahl gewesen. Für das nächste Mal wissen wir bescheid.
Wieder mit der S-Bahn fuhren wir zurück zum Stadion und nahmen nach relativ entspannten Einlasskontrollen unsere Plätze im Gäste-Stehblock ein. Es waren trotz des Sonntags-Termins mal wieder reichlich Gladbachfans angereist, ich schätze mal so etwa 4000. Gladbachfans gibt es ja in allen Teilen Deutschlands. Jedenfalls hörte man häufig den fränkischen oder bayrischen Dialekt durch. Lediglich ein Sitzblock auf dem Oberrang blieb, warum auch immer, komplett leer. Borussia übernahm von Beginn an die Initiative und ließ Ball und Gegner laufen. Nur kamen kaum Torchancen zustande. Die Franken standen recht gut hinten drin und machten die Räume eng. Lediglich zwei Fernschüsse von Hanke und Reus, die pariert wurden, waren zu vermerken. Ansonsten war es Fußball-Magerkost bis zur Pause. Nach Wiederanpfiff hatten wir zunächst den Eindruck, es würde besser. Borussia erhöhte das Tempo und hatte durch Arango die beste Chance. Er war aber zu überrascht, dass ihm der Ball vor die Füße fiel und schoss den Nürnberger Torwart an. Danach schlief das Spiel wieder etwas ein. Borussia hatte zwar viel Ballbesitz und gute Ansätze, die letzen Pässe in die Spitze kamen aber nicht an. Auch fehlte etwas die Laufbereitschaft. De Camargo war ein Totalausfall. Einige Bälle hätte er wohl erlaufen können, stoppte aber unnötigerweise zu früh ab. Zurecht wurde er später ausgewechselt. Je länger das Spiel dauerte, um so besser kamen die Gastgeber ins Spiel. Ein paar Mal musste ter Stegen sein Können zeigen, um den Rückstand zu verhindern. Zum Ende hin erhöhte Borussia dann wieder den Druck, um doch noch einen Sieg einzufahren. Dadurch stand unsere Abwehr im entscheidenden Moment zu hoch. Drei Minuten vor dem Ende wurde im Mittelfeld ein Zweikampf verloren, Nürnberg nutzte den Raum für einen Konter und erzielte das 1:0. Eigentlich hatten wir uns schon mit dem 0:0 abgefunden und dann so ein Sch...-Konter! Es blieb keine Zeit mehr, um am Spielstand etwas zu ändern. So blieb es am Ende bei einer unnötigen, aber wohl nicht ganz unverdienten Niederlage, weil Nürnberg mehr ins Spiel investiert und die besseren Chancen hatte. Nach dem Spiel sammelten wir uns erst mal hinter dem Block. Nur Uwe-Uwe, Mattes und der Rest der anderen Autobesatzung tauchten nicht mehr auf. Sie waren wohl schon weg. Also gingen wir auch zum Auto. Weil es sich doch ziemlich auf den Abfahrtstraßen staute, ließen wir uns noch etwas Zeit, bevor wir die Rückfahrt antraten. Nachdem wir uns dann durch den 45-minütigen Stau der Nürnberger Innenstadt gekämpft hatten, erreichten wir schließlich die relativ leere Autobahn und Ali ließ rennen. Ein Highlight gab es noch auf der Rückfahrt, als Alis Tacho die 100000-km-Marke knackte. Das wurde mit einer kleinen Welle der Insassen gewürdigt. Um kurz vor 10 Uhr waren wir wieder in Siegen. alle Bilder: 23. Spieltag: Borussia - HIV 1:1 Heute war die Borussenfestung Siegerland mit mehreren Autos am Start. Fast alle der üblichen Verdächtigen waren im Borussia-Park anzutreffen. Ich war im Auto mit C&A. In Olpe luden wir noch Sven, einem Westerwälder, ein. Unsere Entscheidung, sehr früh loszufahren, erwies sich als richtig. Die meisten unserer Leute standen am Kerpener Kreuz im Stau nach einem Unfall und erreichten das Stadion erst nach Spielbeginn. Wir hatten jedoch die Unfallstelle noch gerade soeben vorher passiert.
Die Stimmung in der Nordkurve war heute besser als in einigen Spielen zuvor. Ob es an der Flyer-Aktion von "Nordkurve e.V." lag oder an den vergleichsweise milden Temperaturen, lassen wir mal dahingestellt. Auf jeden Fall wurde gegröhlt, was die Stimmbänder hergaben. Auch der Glühwein war wieder besonders lecker, nicht zuletzt wegen Krümel's speziellem "Schuss" aus dem mitgebrachten Flachmann. Psssst... nicht weitersagen!
Im ausverkauften Borussia-Park waren auch viele Transparente zu sehen, die für eine Vertragsverlängerung mit unserem Trainer warben. Insbesondere fiel eins auf dem Oberrang der Gegengeraden ins Auge. Auch ist ein guter Support der Gästefans aus Hamburg ins Auge. Ein ausverkaufter lautstarker Gästeblock an einem Freitagabend, diesmal ganz ohne Pyrotechnik. Respekt, liebe Hamburger!
Es wurde das zuvor prophezeite Schweinespiel. Gegen eine gut positionierte Hamburger Mannschaft tat sich Borussia schwer, ins Spiel zu kommen. Weitgehend wurde das Spiel zunächst von gegenseitigem Abtasten bestimmt. Die erste, aber nicht wirklich gefährliche, Torchance hatten die Hamburger. Nach und nach eroberte sich unsere Borussia mehr und mehr Spielanteile. Die erste dicke Chance hatte Brouwers nach einer Ecke, aber sein Schuss wurde auf der Torlinie abgewehrt. Wenig später vergab de Camargo die 100%ige Chance, als er bei einem Konter freistehend nicht mehr als ein problemlos zu haltendes Holperschüsschen zustandebrachte. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte gab es dann noch einen Freistoß für Borussia, den Hanke per Kopf zum verdienten 1:0 ins Tor ablenkte! Diese Halbzeitführung gab aber keine Sicherheit. Hamburg erhöhte nach Wiederanpfiff den Druck und wurde schnell belohnt. Nach einer Ecke pennte unsere Abwehr für einen Moment und plötzlich stand ein Hamburger im Fünfmeterraum frei und erzielte den Ausgleich. Das war völlig unnötig! Jetzt wurde es ein richtiges Schweinespiel. Im Spielaufbau gab es immer wieder unnötige Ballverluste. Die Zweikämpfe wurden heute nicht so gut gestaltet wie sonst. Es gab kaum noch gut vorgetragene Angriffe. Die beste Chance hatte Nordtveit, dessen Schuss aber zur Ecke abgewehrt wurde. Die gut stehenden Hamburger probierten es auch mit Distanzschüssen, die ter Stegen aber problemlos abwehren konnte. Kurz vor Schluß hätten wir fast noch gewonnen, aber Arangos Kopfball flog knapp am Tor vorbei. Am Ende war es ein verdientes Unentschieden gegen heute starke Hamburger.
Artig bedankte sich die Mannschaft nach dem Abpfiff von den Fans in der Nordkurve für die Unterstützung. Heute war es nicht das brilliante Spiel der vergangenen Wochen. Manchmal muß eben auch mal ein Punkt reichen. Und wir stehen ja mit 47 Punkten nach wie vor sehr gut da. Mal schauen, was die Konkurrenz am Wochenende zustandebringt. 22. Spieltag: Scheißerslautern - Borussia 1:2 Heute waren wir zu fünft unterwegs. Nordtveit, Fossi, Prinzessin Uwe-Uwe, die zwopunktvierte, Uschi und ich. Oder waren wir doch zu sechst? Die ganze Fahrt über hielt sich das Gerücht, dass Herr F. aus H. sich heimlich ins Auto geschlichen hatte. Wenn es denn so war, hielt er sich merklich zurück. Jedenfalls war nichts von seinem Geschwafel zu hören. Dafür gab Fossi sein Bestes. Positiv zu erwähnen ist auch die Leistung von DJ Uschi, der es weitgehend gelang, Uwe-Uwe's Schlager-CDs vom Player fernzuhalten. In Kaiserslautern angekommen, mussten wir erst mal den Betzenberg bezwingen. Ziemlich aus der Puste kamen wir schließlich nach der fast endlosen Steigung am Stadion-Eingang an. Um dort festzustellen, dass die Einlasskontrolle nur sehr schleppend voranging. Nur vier Ordner pro Eingang sind definitiv zu wenig, liebe Pfälzer. Das ist nicht bundesligareif! Überraschenderweise bemerkten wir, das auch Ansgar in Lautern war. Er stand wenige Reihen vor uns in der Warteschlange. Ne, Ansgar, die Tarnung war schlecht. Einfach die Haare offen tragen, reicht nicht aus, um unbemerkt zu bleiben. Leider gelang es uns nicht, ihn persönlich zu begrüßen. Zu schnell hatten wir ihn wieder aus den Augen verloren. Weil die Kontrollen so lange gedauert hatten, blieb nicht mehr viel Zeit bis Spielbeginn. Wieder hieß es:Treppensteigen! Schon wieder war es ein kleiner Kampf, unsere Plätze im oberen Bereich des Oberrangs zu erklimmen. Naja, der gute Ausblick auf das Spielfeld entschädigte ja. Wieder mal waren reichlich Gladbacher angereist. Der Gästeblock und auch die angrenzenden Blöcke sowie viele Plätze auf der Gegengerade waren schwarzweißgrün besetzt. Ich schätze mal, dass etwa 8000 Gladbacher da waren. Dementsprechend gut war die Stimmung. Fossi und Nordtveit trafen jetzt auch mit Bier im Block ein. Jetzt konnte es los gehen. Das Spiel begann schwungvoll. Obwohl der Rasen einem Rübenacker glich, gab es von Beginn an schönen Fußball. Es dauerte nicht lange und der Traum ging weiter. Nachdem Arango den ersten Torschuß noch drübergeschossen hatte, machte Herrmann es nach neun Minuten besser und verwertete einen unserer in dieser Saison typischen Konter zum 0:1! Mal wieder eine frühe Führung! Was ist das für eine geile Saison! Schon wieder war Jubeln angesagt! Unmittelbar danach hatte Borussia auch mal Glück. Ein Freistoß der Teufelchen traf nur das Torgebälk. Da wäre ter Stegen nicht drangekommen. Aber Borussia blieb davon unbeeindruckt. Nach einer Viertelstunde gab es den nächsten Konter, den Arango mit einem sensationellen Außenrist-Lupfer zum 0:2 abschloss! Jetzt waren die Hörner der roten Teufel gestutzt. Zunächst. Borussia hatte das Spiel jetzt unter Kontrolle, versäumte es aber, das Ergebnis auszubauen. Nach 35 Minuten gab es dann eine folgenschwere Schrecksekunde: Nach einem Zusammenprall musste Herrmann verletzt vom Platz getragen werden. Diagnose: Schlüsselbeinbruch! Er wird uns mehrere Wochen fehlen. Der für ihn eingewechselte Leckie gab sich Mühe und rackerte viel, spielte aber etwas glücklos. Trotz allem war der Halbzeitstand von 0:2 hochverdient und souverän. Nach der Pause gab Borussia das Spiel mehr und mehr aus der Hand. Lautern hatte zwar keine nennenswerten Großchancen, aber auch bei uns gab es keine geglückten Offensivaktionen mehr. Alles schien jetzt zu laufen, wie in den Spielen zuvor. Der Vorsprung sollte wohl verwaltet werden. Aber das klappt nicht immer. Wer sich gegen unsere gut stehende Abwehr durchsetzten will, hat es in dieser Saison schwer. Ein Mittel zum Durchkommen sind Weitschüsse. Und Lautern packte einen solchen Hammer aus. Unhaltbar schlug der Ball im Winkel zum 1:2 ein und es wurde urplötzlich wieder spannend. Völlig unnötigerweise. Jetzt musste mal wieder gezittert werden. Natürlich erhöhten die Gastgeber jetzt weiter den Druck, scheiterten aber zumeist an unserer Abwehr. Die Bälle, die durchkamen, waren sichere Beute von ter Stegen. Aber insgesamt waren die Angriffsbemühungen der Pfälzer aber zu harmlos, um unser Tor zu gefährden. Aber der Spielstand war knapp und irgendein dummes Ding konnte Borussia um den Lohn eines eigentlich souveränen Spiels bringen. Ein paar Konterchancen hatten wir natürlich auch noch. Sie wurden aber zumeist nicht konzentriert zuende gespielt. Arango verfehlte mit einem Fallrückzieger-Versuch das Tor. Schließlich war es ein am Ende glücklicher, aber trotzdem verdienter Auswärtssieg. Nachdem sich die Mannschaft vor dem Gästeblock hatte feiern lassen, gingen wir wieder zurück zum Auto. Zum Glück ging es jetzt nur den Berg runter. Nicht, ohne unterwegs im Supermarkt noch die Vorräte aufzufüllen. Möhrchen und Erdbeersaft für Fahrer Uwe-Uwe und Bier für den Rest der Mitfahrer. Die Rückfahrt sollte noch eine ganz besondere werden. Natürlich stellten wir vor der Rückfahrt sicher, ob auch F. wieder den Weg zum Auto gefunden hatte. Er antwortete zwar nicht, aber wir waren uns sicher. Er war dabei! Es zeigte sich, das unser DJ jetzt ziemlich die Kontrolle verloren hatte. Uwe-Uwe's ganze Palette quälender Musik mussten wir jetzt über uns ergehen lassen. Jeder bekam seinen speziellen Hass-Schlager zu hören. Von Oberförster und Jäger bis Herzbuben und Schnappi war alles dabei. Um dagegen zu halten, startete Fossi einen intensiven Dialog mit unserem Fahrer. Das hatte zur Folge, dass letztgenannter völlig die Orientierung verlor. Ob es an Fossi lag oder an den Möhrchen, bleibt ungeklärt. Jedenfalls fanden wir uns plötzlich in der Mainzer Innenstadt an einer Ampelkreuzung wieder. Es folgte eine amüsante Stadtrundfahrt, bei der unser Fahrer Schilder sah, die gar nicht da waren. Diesen folgte er und landete vor einer geschlossenen Parkhaus-Einfahrt. So konnten wir schon mal erkunden, wo wir am letzten Spieltag hinmüssen. Mainz-Hauptbahnhof? Besser, wir fahren mit dem Bus... Nach einem gekonnten Wendemanöver fanden wir wieder auf den richtigen Weg. Irgendwann tauchten endlich dann wirkliche Autobahnschilder auf und wir konnten die Mainzer Innenstadt wieder verlassen. Nachdem wir wieder die richtige Autobahn gefunden hatten, ging der Rest der Rückfahrt recht zügig und ruhiger. Fossi betrieb jetzt Augenpflege und lenkte Torsten nicht mehr ab. Insgesamt erfreulich war heute, dass Nordtveit sehr redseelig war. Zu einem K.-Verstoß ließ er sich aber nicht verleiten. Darin war Fossi heute wieder Spitze! Auch spitzenmäßig war seine Aktion, als ich bei der Ankunft in Siegen aus dem Auto stieg. Schlaftrunken warf er die Verpackung des Sixpacks aus dem Auto. Dummerweise war noch eine volle Flasche drin... Wie soll ich das nur meinen Nachbar erklären? Was soll's? Es war mal wieder eine geile Auswärtsfahrt! 21. Spieltag: Borussia - Scheiße 04 3:0
|