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 Alkoholmissbrauch


Die Alkoholkonzentration wird im Blut gemessen                           Häufige Ursachen für einenAlkoholrausch
und in Promille angegeben. Dabei ist die Blutalkohol-                   *Zu schnelles Trinken. Alkohol wird in der
konzentration sowohl von der aufgenommenen                               Leber nur nach und nach zu Essigsäure abge-
Alkoholmenge als auch von der gleichzeitig aufge-                        
baut. Bei sehr schnellem Trinken entstehtrasch
nommenen Nahrung sowie von Geschlecht und                                eine hohe Promillekonzentration.

Körpergewicht abhängig. Ferner spielt die Gesch-                      
*Überschätzung des Alkoholabbaus im Körper.
windigkeit, mit der der Körper den aufgenommenen                      
Pro Stunde werden pro kg Körpergewicht bei
Alkohol abbaut, eine wichtige Rolle. Obwohl der                          
Mann nur 0,1g, bei Frau etwas 15% weniger
Alkoholspiegel nach Zufuhr einer bestimmten Trink-                    
Alkohol abgebaut.
menge starken individuellen Schwankungen unter-                     
*Trinken, ohne gegessen zu haben. Bei leerem
liegt und somit nicht exakt voraussagbar ist, lässt                        
Magen wird der Alkohol noch schneller vom
sich dennoch folgende Faustregel formulieren: Ein                      
Magen in die Blubahn aufgenommen. Auch
etwa 70 kg schwerer Mann hat nach einem Liter                           
Kaffee beschleunigte die Aufnahme des Al-
Bier oder einem halben Liter Wein einen Blutal-                            
kohol in die Blutbahn.
koholspiegel von ca. 0,5 Promille. In der Regel ist                        *Trinken von gesüßten alkoholischen Geträn-

bei dieser Konzentration die Kritikfähigkeit bereits                      
ken, z.B. Cocktail oder Glühwein. Zucker be-
herabgesetzt, Hemmungen und allgemein gültige                           
schleunigt die Aufnahme des Alkohol in die
Verhaltensnormen werden leicht überwunden. Bei                         
Blutbahn. Fetthaltige Speisen verlangsamen
Blutkonzentrationen von 0,5 Promille ist die gesetz-                     
dagegen den Anstieg das Blutalkoholspiegels.
liche Grenze der Fahrtüchtigkeit erreicht, bei Werten                *Trinken verschiedener Alkoholsorten führt

über 2 Promille entwickeln sich starke Rauschzustän-                   
schneller zu einem Rausch. Von minderwer-
de, die bei steigender Konzentration in Bewusstlosig-                   
tigen Alkoholika bekommt man leichter
keit mit Atemlähmung und Tod übergehen können.                         
Kopfschmerzen wegen der Zusatzstoffe.
                                                                                                  *Manche Menschenkönnen, erheblich bedingt,
                                                                                                    Alkohol nicht so schnell abbauen wie andere,
Beim Alkoholrausch treten weiterhin verminderte                          sie sind also schneller berauscht.
Denk- und Reaktionsfähigkeit, Koordinationsstörun-                   *Frauen reagieren empfindlicher auf Alkohol
gen beim Sprechen und Gehen, Doppeltsehen,                              als Männer ("vertragen weniger").
Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall,                      *Zu viel Trinken! Bier hat etwa 2-6%, Wein
Schwäche, Muskelkrämpfe, Kopfschmerzen,                                und Sekt 7-10%, Südwein 15-17%, Liköre
Drehschwindel, schwacher und schneller Puls und                       30-35%, Schnäpse ca. 45% und Rum 40-
Untertemperatur auf. Die psychischen Auswirkungen                   80% Alkohol.
sind individuell und je nach Grad der Trunkenheit
verschieden: von Euphorie, guter Laune, Aggression
und Selbstüberschätzung bis Trägheit, Müdigkeit                        Achtung
oder depressiver Stimmung. Von Alkoholismus                            *Bei Alkohol in der Schwangerschaft besteht
spricht man, wenn jemand länger als ein Jahr große                     ein hohes Risiko für ein vermindertes Geburt-
Mengen Alkohol konsumiert, die Kontrolle über den                    sgewicht und Missbildungen des Babys.
Alkoholkonsum verloren hat und dadurch körperlich,                *Bei Einnahmen von Psychopharmaka,Schlaf-
psychisch und sozial geschädigt wird. Körperliche                      mitteln oder starken Schmerzmitteln kann es
Langzeitschäden sind z.B. schwere chronische                            im Zusammenhang mit Alkohol zu veränder-
Magen- und Bauchspeicheldrüsenentzündungen,                         ten Wirkungen der Arzeneimittel kommen
Fettleber und Leberzirrhose, Hirn- und Nerven-                        und schon bei kleinen Alkoholmengen zu
schäden, Blutbildveränderungen, Augenerkrankun-                     Vergiftungen.
gen, Zittern, Schlafstörungen und Impotenz.
Typische psychische Symptome sind Wesensverän-
derungen, Psychosen und Halluzinationen.



Wann Sie zum Arzt müssen
Wenn Sie feststellen, dass Sie ohne Alkohol nicht mehr zurechtkommen. Wenn Ihnen klar wird, dass Ihr Alkoholkonsum verglichen mit früher deutlich angestiegen ist. Wenn Sie trinken, um Probleme zu vergessen. Beim Auftreten von körperlichen Entzugserscheinungen beim Versuch der Abstinenz. Wenn Sie in letzter Zeit mehrmals einen "Filmriss" hatten, also so berauscht waren, dass eine Gedächtnislücke zurückbleibt.
Wenn Sie selbst jemandem behilflich sein müssen, der eine akute Alkoholvergiftung hat, schützen Sie ihn vor Abkühlung und bringen Sie ihn ins nächste Krankenhaus. Dort wird man unter Umständen eine notfallmäßige Magenspülung vornehmen sowie Kreislauf und Atmung stabilisieren.
Auch als Angehöriger eines Alkoholikers oder einer Person, bei der Alkoholmissbrauch vermutet wird, können Sie sich an einen Arzt Ihres Vertrauens um Rat und Hilfe wenden ! Der Arzt unterliegt in jedem Fall der Schweigepflicht.
 

Vorbeugung
Sicher ist: Alkohol ist nur in geringen Mengen ein Genussmittel. In höheren Dosen ist er ein Rauschmittel und in jedem Fall ein Zellgift. Folgende Tipps können helfen, den Alkoholkonsum in Grenzen zu halten:
Trinken Sie nicht, um Probleme zu vergessen.
Trinken Sie lieber in Gesellschaft als allein.
Bei Feiern schon vorher ein Quantum an Alkoholika festlegen, das Ihnen bekommt. Dies auch anderen mitteilen, damit Sie sich auch daran halten. Lassen Sie sich danach nicht zum Weitertrinken "überreden".
Gläser vor dem Nachschenken immer erst austrinken, zur besseren Kontrolle.
Bei jeder Feier einmal kurz die negativen Erfahrungen mit Alkohol durchdenken, solange Sie noch völlig nüchtern sind.

Quelle:

Bundesverband für stationäre

Suchtkrankenhilfe "buss" e.V.

Kurt-Schumacher-Str. 2

34117 Kassel



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