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Alkoholgenuss - was war da!?!

In letzter Zeit bekam ich manche E-Mail mit Fragen, wie ich es geschafft habe, vom Alkohol weg zu kommen und vor allen zu meiner langjährigen Abstinenzzeit. Diese Jahre feierte ich zum 15. Mal am 21.01.2009 und bin stolz auf dass, was mir dabei geholfen hat.
Es gibt Fragen, welche sich auf Personen beziehen, die vom Alkohol weg wollen, aber nicht davon ab kommen. Man kann es nicht verbieten und sagen, du trinkst nicht mehr, oder einfach den Alkohol weg nehmen. Sie kommen  an den Alkohol ran, wenn sie welchen brauchen. Ich selbst habe einen  Entzug zu Hause ausprobieret, welcher nicht gelang. Erst war das Zittern der Hände und dann der Drang nach Alkohol. Wieviele Mal habe ich versucht, mich endgültig vom Alkohol los zu sagen? Doch genau so viele Male habe ich eben wieder angefangen.

Einige Tips für Alkoholiker, welche aufhören wollen. Man muß dazu den eisernen Willen haben und die richtige Weiche in die Zukunft stellen, damit man auch dort ankommt, wo der Zug hinfahren soll. Es ist nicht damit getan, einfach einen Entzug mit ärztlicher Betreuung zu machen und danach wieder in den gleichen Zug zu steigen, welcher zurück fährt. Auf diesem Bahnhof ist nun endgültig Schluß - Endstation! Wer sich dieses vornimmt, seinen eigenen Weg aus der Sucht des Alkohols plant und sich von seinen sogenannten "Freunden" distansiert, der kann es schaffen. Man soll den "Freunden" erklären, was man vor hat - das man vom Alkohol loszukommen will. Diese Freunde werden aber lästern und meinen, dass man doch nicht  hält, was man verspricht und wird wieder anfangen zu trinken. Soll es so sein? Nein, das ist nicht der Sinn für die Abstinenz - das trocken sein und auch trocken bleiben ist maßgebend.

Natürlich ist es einfacher gesagt als getan. Es ist nicht leicht, wie ich es selbst erfahren mußte. Mein Zug hielt auch in einem Bahnhof, wo er zu sehr am Prellbock anschlug und zurück prallte, dass ich den Endpunkt schaffte, aber dann dort wieder landete, wo ich aufgehört hatte. Ein Bier am Tag.... und so saß ich wieder fest im Alkoholrausch. Meinen wirklichen Grund habe ich schon in der Homepage beschrieben und gebe jedem den Rat, der auf dem Weg zur Abstinenz bleiben will, sich selbst zu beweisen. Viele werden sich für dich freuen, aber viele werden dich beneiden oder versuchen, dich zu "einem Glas" zu überreden. Ich habe manche Möglichkeiten in den Wind geschlagen. Nach der Entziehungskur zwei 70. Geburtstage (Eltern) trocken verbracht und jede andere Feier selbst trocken überstanden - sogar das erste Sylvester1994/95 und die Jahrtausendwende. Der Wille ist, dass andere nicht den Grund zum lästern bekommen und meinen: "Der trinkt wieder". Reden werden sie über dich auf jeden Fall - ob im Guten oder Schlechten. Lass sie reden, sie beruhigen sich wieder und du beweist, dass du standhaft deine Abstinenz verteidigst und damit besser leben kannst, als vorher.

Was habe ich für Rückschläge einstecken müssen, welche wieder auf den Alkohol zurückzuführen waren. Ich hatte, um nur ein Beispiel zu nennen, Arbeit nach der Kur bekommen und war 3 Jahre in der Reinigungsfirma, welche dann alle Kolleginnen und Kollegen in die Arbeitslosigkeit schickte, da diese Arbeitsstelle aufgelöst wurde. Einige sind noch an anderen Arbeitsplätzen übernommen wurden - ich hatte Glück mit einer anderen Reinigungsfirma. Doch nicht lange, da war ich arbeitslos. Es kam schon Frust auf und der Gedanke an Alkohol. Wieder habe ich meinen eigenen "Schwienehund" in mir überlistet und mich doch gegen den Alkohol entschieden. Zumal ich meine Fahrerlaubnis für PKW gemacht hatte und diese auch behalten wollte. Schon wieder ein Grund mehr, den Alkohol zu vergessen.
Es ist nicht getan, wenn man Ärger oder Arbeitslosigkeit mit Alkohol runterspühlt. Da kann man sich auch anders abreagieren, wie zum Beispiel im Fitness- Studio, Gartenarbeit oder anderen Dingen. Wenn ich jemanden am Kiosk oder an Kaufhallen sehe, die Bier trinken, lächle ich innerlich nur. Denn ich weiß, dass ich nicht mehr trinken will. Auch wenn ich manchmal Durst in diesem Moment verspühre, lenke ich mich mit anderen Gedanken ab. Wenn es nicht ganz gelingt, trinke ich Limonade oder andere (wirklich alkoholfreie) Getränke. Bedenke doch einmal, wieviele Male du versucht hast, an Alkohol ran zu kommen, als du keine Möglichkeit(wenn nicht sogar finanziell) hattest. Ist das nicht schon ein Grund, den Alkohol zu meiden? Gibt da nicht schon das Gehirn einen Gedanken frei, ihn ganz zu und gar zu vergessen? Ist es nicht jetzt angebracht, ehemalige Alkoholiker anzusprechen, um Rat zu fragen oder ein Forum im Internet zu benutzen, welches (nur wirklich Abstinezlebende) berät und  Fragen beantwortet? Wäre nicht ein Weg der fachmännischen Unterstützung bei dem Aufbau stabiler Alkoholabstinenz in Form einer Entwöhnungsbehandlung angebrachter? Ich habe schon vom Anfang an den Fehler gemacht, Bier als "Erfrischungsgetränk" anzusehen - ein Getränk, wo man sich etwas ablenken kann. Dazu kam, das Bier noch als Getränk gegen den Durst angesehen und genutzt wurde. Das war ein Fehler, welchen man leider immer zu spät einsieht.

Rede mit Deinen Familienangehörigen, Freunden, Arbeitskollegen und Vorgesetzten. Wenn man sich freundschaftlich verbunden fühlt, ist das selbstverständlich, zumal sowieso jeder Bekannte und Nachbar von der Krankheit weiß. Der Betroffene selbst glaubt jedoch, dass die anderen nicht davon merken. Ehrlichkeit währt am längsten und man schützt sich vor peinlichen Situationen am wirkungsvollsten, wenn man offen, sachlich und direkt zu seiner Krankheit steht. Ich selbst stehe hier mit meinen Berichten und der Homepage in der Öffentlichkeit und weiß, dass ich sehr gut damit auskomme.
Es war und ist nicht einfach, diese Schwelle zu überwinden, aber es hilft nicht nur mir. Es soll allen helfen, welche auch ähnliche Probleme haben und wirklich dem Alkohol den Rücken zukehren wollen. Wie heißt es doch so schön?


       Nur Du allein kannst es schaffen,
                                          - aber Du schaffst es nicht allein.


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