Hallo
Hier möchte mein Frauchen sich etwas von der Seele schreiben und hofft, das andere betroffene Hunde besser und gezielter behandelt werden können, wenn die Besitzer dies lesen!!!
Mai 2006
Also es begann alles im Mai 2006. Anton zog sich mir unerklärlich eine Hodenentzündung zu. Kaum hatte er diese auskuriert, bemerkte ich das er nicht ganz der Alte war. Er blieb stehen, setzte sich öfters hin, machte einen lethargischen Eindruck!! Er begrüßte mich verhaltener und konnte keine großen Strecken mehr zurücklegen!!! Ich schaute es mir 4-5 Tage an und zog dann eine Tierärztin hinzu, welche meinte, es sei das Wetter oder ein harmloser Muskelkater!!! Okay das Wetter war extrem heiss, aber Muskelkater, nein wovon sollte er den haben?? Er bekam dann Schmerzmittel, falls er sich vertreten hätte!! Es wirkte nicht! Dann lies ich ihn röntgen, nichts aufregendes zu sehen!!! Doch sein Zustand verschlechterte sich und sein Fell ebenfalls!!!
Juli 2006
Es folgten noch einige Medis und dann nach langem Diskussionen endlich ein Bluttest!! Erst ein kleiner, mit geringen Auffälligkeiten, der Nieren- und Leberwerte!! Sowie der weissen Blutkörperchen. Dann ein großer mit Borreliosetiterbestimmung!!! Dann das Ergebniss: er hatte wohl in jungen Jahren mal Borreliose durchgemacht!! Na toll, das sollte es auch nicht sein!!! Doch es wurde immer schlimmer. Er fraß kaum noch, hatte extrem abgenommen und wirkte mehr tot als lebendig! Er bekam trotzdem Doxycylin für Borreliose. Doch nach 3 Tagen brach er vollständig zusammen, kriegte Fieber und war kurz in Ohnmacht gefallen. Ich wieder hin, immer heulend hinterm Steuer!! Er bekam Infusionen, welche auch nicht richtig halfen! Dann bemerkte ich dadurch das er oral Eisen bekommen sollte, das er sein Maul kaum öffnen konnte und rief die Tierärztin wieder an!! Es kann nicht sein, das er diese seltene Krankheit auch noch hätte: Myositis Eosinophilica!!! Zu Deutsch: Muskelschwund! Und doch war es so!! Eine genaue Bestimmung erfolgt immer mit einer Biopsie, doch Anton wäre wahrscheinlichst nicht mehr aus der Narkose erwacht!! Er war viel zu schwach!!
August 2006
Fast am Ende meiner Kräfte und Nerven, fuhr ich mit ihm zu einem zweiten Tierarzt, welcher als erstes das Fieber 41,3 senkte, dann einen Entzündungshemmer spritze, denn die Entzündungswerte waren extrem hoch. Dies stellte er mittels eines Urintestes heraus. Und mir zu guter Letzt eine Vitaminpaste gab um ihn wieder zum Fressen zu kriegen!! Ich durfte ihn wieder mit nach Hause nehmen, was ich schon fast nicht mehr geglaubt hätte!! Dann erstmal 3 Tage Ruhe, Liebe und Kuscheleinheiten!! Päppeln, päppeln und immer rein, was er frißt!! Natürlich nur hundegerechtes, keine Süßigkeiten oder extrem gewürzte Sachen!! Denn nach dem ersten Befund sollte er strengstes Diätfutter haben!! Nun erstmal wieder was auf die Rippen bekommen, denn 32 kg sind sehr wenig für Anton, der sonst 45-48kg wog! Nach einer Woche fraß er langsam wieder eine 3/4 Portion und war viel aufgeweckter. Nochmal 1-2 Spritzen und es wurde deutlich besser!! Hoffnung flammte wieder auf!!!
September 2006
Nachdem wir sein Fieber behoben, seine Entzündungswerte normalisiert und seine Nahrungsaufnahme wieder im Griff hatten, widmeten wir uns nun der wirklichen Ursache!!
Durch eine Nieren-/Beckenentzündung arbeiteten die Nieren nicht mehr ordnungsgemäß und seine Leber konnte auch nicht alle Giftstoffe abwehren. Es breiteten sich Entzündungszellen im ganzen Körper aus und legten seine Muskelatur lahm, besonders seine Kaumuskelatur!
Nun wurden wieder Blutwerte ermittelt um seine Nieren wieder in den Griff zu bekommen. Ein Spezialfutter nur beim Tierarzt erhältlich bekam er jetzt ca. 1 1/2 Monate lang!! Dann durfte er nur noch Schonkostfutter!!
Zusätzlich bekam er Prednisilon um seinen guten Zustand zu halten. Welches wir zum Jahresende ausschleichen lassen konnten.
(Anmerkung: Zum selben Zeitpunkt erkrankte sein Bruder an Leukämie und ich dachte schon, Anton hätte sowas auch! Panik brach aus, doch ein erneutes Blutbild, bestätigte diesen Verdacht absolut nicht!! Sein Bruder verendete immerhalb von 3-4 Wochen!! Gute Reise lieber Angel!!)
Juli 2007
Mittlerweile hat er sein Gewicht wieder und die ganze Kraft und Arbeit um ihn hat sich 200% gelohnt!! Er sprüht an guten Tagen vor Energie und tobt wieder wie ein Welpe mit mir!!!
Schlußwort:
Ob Anton nun wirklich Myositis Eosinophilica hat, wäre nur mit einer Biopsi zu ermitteln. Welche ich aber aufgrund seines Zustandes ausschlug! Und da es ihm besser geht, sieht auch der Tierarzt keinen Grund jetzt noch eine machen zu lassen!!! Wir überprüfen regelmäßig seine Werte und wenn es ihm mal wieder schlechter geht, dann bekommt er wieder etwas Prednisilon für 1 Woche und in der 2 Woche können wir es wieder ausschleichen lassen! Das reicht dann meist für 2-3 Monate gute Laune!!
Bitte holt Euch eine zweite Meinung ein, wenn sich Euer Gewissen meldet!! Bei Anton war es fast zu spät!! Die Tierärztin war eine gute Tierärztin, hatte nur noch keine Erfahrung mit gekoppelten Symptomen/Krankheiten!!! Und lasst bei Unklarheiten gleich ein großes Blutbild machen, es erspart eine Menge hin und her!!
Bei Anton kamen so viele Faktoren zusammen, das man bei Null anfangen musste um ein Ergebniss zu bekommen!! Er wird nie wieder ganz gesund, aber er hat seine Lebensqualität wieder und wird hoffentlich noch lange bei mir bleiben!!
August 2007
Endlich ist seine Hauptsächliche Krankheit gefunden und Diagnostiziert: BORRELIOSE!!
Erschreckend und beruhigend zugleich!!!
Endlich hat alles zusammen einen Namen, doch wie passt alles zusammen??
Bis letztes Jahr schlummerten die Borreliose Erreger in seinem Körper und als sein Immunsystem durch die Hodenentzündung geschwächt war, erwachten sie und machten sich ans Werk!!
Sie zerstören langsam seine Hüfte, damit das lahmen und seine Schmerzen!!! Falsche Medikamente belasteten seine Leber und Nieren!!! Da er schon geschwächt war, reagierte der Körper auf das Medikament Doxycyclin mit Totalversagen und sämtliche Entzündungsquellen feierten Party!!!
Eine gezielte Impfung gegen Borreliose ist leider noch nicht möglich, deswegen bitte ich Euch, bietet Euren Hunden das maximal Level von Zeckenschutz und Immunsystem!!!
Mittlerweile ist es April 2008 und mein Anton hat ein Immunsystem gegen diese Borrelien aufgebaut, der Kampf war sehr hart und ich hätte ihn besser meistern können!! Es geht ihm prächtig und ich hoffe doch, das es noch lange so bleibt!!
lg Anja