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46 Jahre Niederlande

 
 


 



 

 

Unvergessliche kleine Bambi


Am 12. Mai 2000, an einem strahlenden Frühlingstag,

kam unser jüngstes Söhnchen
mit roten Bäckchen ins Haus gestürmt und rief:
"Mama, nun haben wir noch ein Haustier dazu!"
Ich lächelte über so viel Begeisterung und fragte:
"O, ja, ein neues Haustier? Was für ein Tier ist das denn?"

Worauf er mir strahlend berichtete, dass er ein kleines Reh gefunden habe,
gerade geboren, sogar die Nabelschnur sei noch zu sehen.
Und es sei ihm hinterher gelaufen, weil es keine Mutter mehr hat,
die ist sicher von dem Motorrad überfahren worden,
das da mit so einem grossen Krach vorbei raste......
 
Mir kam das etwas unglaublich vor, ich ging mit ihm hinaus
und ja, tatsächlich, da stand unser Papa, mit einem Rehkitz auf dem Arm.
 
Unser jüngstes Kind hatte mit seinen Spielkameraden in der Nähe unseres Geländes
dieses frisch geborene Rehkitz entdeckt und angefasst.
Da lief es ihnen hinterher und er nahm es mit nach Hause.
 
Wir gingen zu unserem Tierarzt, der uns sogleich gut beraten hat.
Das Tierbaby bekam alle 2 bis 3 Stunden ein angewärmtes Fläschen Ziegenmilch.
Am ersten Tag fiel ihm das Saugen aus der Flasche noch schwer.
Aber es ging jeden Tag besser.
 
Es war eine Wonne für die beiden Jüngsten.
Jeden Morgen bevor sie zur Schule gingen
gaben sie dem Rehkitz erst das Fläschchen.
 
Später gaben wir unserer Bambi dünnen Kinderbrei aus der Flasche.
Alles schmeckte ihr. 

In den ersten Tagen legte ich nachts eine warme Wärmflasche
neben das Kitz, um es gut zu wärmen.

Bambi war anhänglich wie ein junger Hund, wollte auch ständig bei
einem von uns auf dem Schoss sitzen.
Oftmals schlief sie dabei auch ein.
Bambi betrachtete uns in gewisser Hinsicht als ihre Familie.

In unserem Garten hatte mein Mann ein Stück Rasen eingezäunt
und ein kleines Holzhäuschen aufgestellt.
Nun konnte das Reh nach Lust und Laune draussen
in der freien Natur sein, in der Nacht und bei Regen in seinem
Häuschen Unterschlupf suchen.

Immer noch bekam Bambi alle 3-4 Stunden ein Fläschchen Ziegenmilch.
Oftmals kamen viele Besucher, denn jeder hatte seine helle Freude
an dem niedlichen Tierchen mit den grossen Augen.

Besonders die Kinder vom Campingplatz wollten Bambi gerne
einmal das Fläschchen geben.

Eines Morgens kamen die kleinen Kinder des
Kinderspielsaales aus dem Dorf mit ihren Müttern zu uns
und hatten ebenfalls ihre helle Freude an dem kleinen Rehchen.

Im Sommer wurde mein Mann gefragt,
ob er mit dem Reh ins Schulhaus kommen könnte.
Für die Kinder wäre es sicher eine schöne
Abwechslung, das junge Tier einmal aus der Nähe
zu betrachten und es zu streicheln.

Als wir in Urlaub fuhren, sollte einer der ältesten Söhne zu Hause
auf die Tiere aufpassen und sie füttern.
Bei unserer Rückkehr erfuhren wir, dass Bambi Heimweh
nach uns hatte, und nicht so richtig essen wollte.
Das war aber schnell wieder vergessen und sie wich
fortan fast nicht mehr von meiner Seite.

Im Herbst wurde es still auf dem Gelände.
Alle Gäste, sowie die Kinder, waren während der Woche fort. 
Für das kleine Reh begann eine einsame Zeit.
Es wurde unruhig, doch holten wir Bambi ins Haus,
fühlte sie sich sehr wohl.
Ich fand es drinnen aber zu warm für sie und war
ziemlich besorgt darüber, wie ich das Tier
durch den Winter bringen sollte.

Damit Bambi draussen nicht so alleine war,
sollte sie einen Spielgefährten bekommen.
Ein zweites Reh hatten wir sogar schon in Aussicht.
Ein Termin mit dem Tierarzt musste vereinbart werden.
Damit das Reh den Transport zu uns unbeschadet überlebte,
musste es zuvor mit einer Beruhigungsspritze betäubt werden.

Aber leider ist es nicht mehr dazu gekommen.
Als ich nämlich am Silvestermorgen 
im Schlafzimmer die Gardinen aufzog, sah ich
unsere Bambi tot im Gras liegen.

Wir waren bestürzt und sehr traurig.
Das hatten wir nicht geahnt oder nur vermutet.
Am Tag davor wollte sie das Brot,
welches ich ihr reichte, zwar nicht mehr essen.
Ich hatte aber keinerlei Bedenken,
da ich kurz vorher  gesehen hatte,
wie sie Heu ass und widerkäute.

Die ganze Familie war traurig über Bambis Tod.
Sie war wirklich unser Lieblingstier gewesen.
Mein Mann meinte, das schönes Tier
im Garten zu begraben sei viel zu schade.
So brachte er es zu einem Fachmann,
der es präparierte.
Das dauerte allerdings einige Wochen.

Weil uns der Anblick Bambis
mit den grossen Kunstaugen sehr traurig stimmte
und an die schöne Zeit erinnerte, in der sie noch lebte,
setzten wir sie ein Jahr lang in einen
von uns ungenutzten Raum.

Heute hat das schöne Tier einen
besonderen Platz im Hauptgebäude:
Auf einer der breiten Fensterbänke zwischen den Pflanzen.


Christine (c)   April 2007

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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