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![]() Wer weiß oder kennt dieses Leiden! Glossopharyngeusneuralgie Hallo und guten Tag! ![]() Auch hier tut sich was,obwohl ich nicht mal den Namen aussprechen und das es die Krankheit gab habe ich anscheinend den richtigen Arzt angesprochen. ---------------------------------------------------------------- Hab mich mit Ihm Unterhalten können, heute auch wieder und es hat echt richtig doll viel neue Erkenntnisse und Hoffnung gegeben!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Da ich kein Forum für meine Plage gefunden habe, schreibe ich ganz
einfach hier, weil dann Betroffene über ein Stichwort auch Näheres
finden.
In 2003 hatte ich das Gefühl, in meiner rechten Zungenwurzel stecke ein
Fremdkörper, der hin und wieder ein Stechen und Brennen verursachte. Die
Steigerung kam dann in Attacken mit einschießenden Stromschlägen in die
rechte Zungenwurzel, die ein Essen oder Sprechen für einige Minuten
unmöglich machten. Nach einigen Wochen piesackte mich dieser am Tag ca.
zwanzig Mal auftretende Schmerz so sehr, dass ich einen Zahnarzt
aufsuchte. Dieser konnte jedoch auch nach Röntgenuntersuchungen nichts
finden und war ratlos. Auf mein Drängen zog er gegen sein ausdrückliches
Abraten die Nerven von fünf gesunden Backenzähnen.
Als auch dies nicht half, riet er mir, einen Neurologen aufzusuchen.
Dieser konnte auch nach gründlicher Untersuchung nichts finden und riet
zu einer MRT. Als die Auswertung vorlag, sagte er, dass ich es mit einer
sehr seltenen lebensverändernden Erkrankung namens
Glossopharyngeusneuralgie zu tun habe. Sie sei mit der
Trigeminusneuralgie vergleichbar und auch so behandelbar.
Er verschrieb mir Neurontin, das jedoch zu Wahrnehmungsstörungen führte
und von mir sofort abgesetzt wurde. Als ich ihm dies sagte, riet er mir
zu einer mikrovaskulären Dekompression nach Janetta, weil seine
Möglichkeiten erschöpft seien.
In 2005 und 2007 unterzog ich mich nochmals Magnetresonanztomographien,
immer mit dem gleichen Ergebnis: neurovaskuläre Konfiktsituation des
rechten Zungennervs mit einem Gefäß.
Ab Herbst 2007 konnte ich zeitweise nur im Sitzen schlafen und begann,
mit Valoron die Schmerzen zu dämpfen. Ich vertrieb die Pest mit der
Cholera, denn nun kamen auch noch Magenschmerzen dazu. Resultat:
Verringerung der Dosis auf ein verträgliches Maß, allerdings jetzt ohne
Wirkung auf die Attacken, dafür aber Entzugserscheinungen. Im Dienst
korrespondierte ich fast nur noch per email, Fax und Zeichensprache.
Zu einer medikamentösen Behandlung konnte ich mich wegen möglicher
erheblicher Nebenwirkungen auch weiterhin nicht entschließen und eine
Operation nach Janetta war mir zu riskant.
Um wenigstens etwas von meinem Schmerz "zu haben", beantragte ich die
Schwerbehinderteneigenschaft und erhielt nach einigem hin und her einen
GdB von 70 auf unbegrenzte Zeit zuerkannt.
Ab Dezember 2009 wurden die Schmerzen chronisch, d.h. keine Attacken
mehr aus dem Nichts, aber immer dann, wenn ich essen, sprechen oder
trinken wollte und das mit vernichtender Wucht. Auch das Rasieren wurde
zur Tortur und das Essen oder Trinken ging wegen meiner Veitstänze nur
noch im Stehen.
Der Leidensdruck trieb mich dann doch im Juni 2010 in die
neuchirurgische Universitätsklinik in Düsseldorf, da ich nach der
Sterbetafel diese tägliche Pein noch 20 Jahre hätte aushalten müssen und
das kann meiner Ansicht nach niemand ertragen, ohne wahnsinnig zu
werden.
Die dort erhaltenen ausführlichen Informationen, was alles schief gehen
kann, hielten mich dennoch nicht von der OP ab; ich wollte endlich ein
Ende, so oder so.
Vor vier Tagen erfolgte dann die mikrovaskuläre Dekompression nach
Janetta. Die OP dauerte vier Stunden und nach insgesamt sieben Stunden
wurde ich wieder wach. Ein Griff an das Kinn und HURRA, eine
schmerzfreie Berührung war möglich. Der Klinikaufenthalt dauerte von
Sonntag 16.00 Uhr bis Donnerstag 10.00 Uhr.
Seit vorgestern habe ich zwar wieder ein leichtes Kribbeln oder Stechen,
aber das scheint in den ersten Wochen nach der OP normal zu sein, da ja
der gesamte Schädel gereizt ist. Essen, trinken, sprechen, rasieren,
Zähne putzen etc. sind wieder schmerzfrei möglich und dafür bin ich den
Ärzten dankbar. Ich kann deshalb den Chirurgen Herrn Dr.Hänggi und sein
Team nur empfehlen.
25.06.2010, Bruno J.
Über Ihre Antwort habe ich mich sehr gefreut, ebenso darüber, dass Sie
gleichen Exoten wie mir die Möglichkeit geben, in Ihrem Forum
Informationen zu finden.
Wenn mein Neurologe in 2003 vorher auch nur einen Trigeminuspatienten
gehabt hätte, wäre er bei meinen Worten "attackenartig einschießender
Schmerz in die Zunge, alle Zähne und das Kinn sind
berührungsempfindlich" wahrscheinlich sofort hellhörig geworden, denn
die Parallelen zur Trigeminusneuralgie sind unverkennbar.
Leider musste er nach dem ersten MRT-Befund sich selbst erst schlau
machen, denn von einer Glossopharyngeusneuralgie hatte er nie zuvor
etwas gehört. Er war wenigstens so ehrlich, dies auch zu sagen.
Herr Dr.Hänggi von der neurochirurgischen Klink der Uni in Düsseldorf
sagte mir, dass dort schon ca. 800 Trigeminus-OPs nach Janetta
durchgeführt wurden, aber erst vier Glossopharyngeus-OPs. Es gibt auch
keine Statistiken über meine Plage, da es geschätzt nur ca. 300
Betroffene in Deutschland gibt, von denen sich ca. 40 operieren ließen.
Die Uni-Neurologen tauschen sich auf Tagungen aus; daher die Zahlen.
Umso dankbarer bin ich Ihnen für die Einpflegung meines Beitrages, da
ich gerne bereit bin, Hilfesuchenden Mut zu machen und mich mit ihnen
auszutauschen, falls sie sich an Sie wenden sollten. Auch Sie können
mich selbstverständlich gerne jederzeit kontaktieren.
28.06.2010, Bruno J.
Möchtet ihr euch austauschen dann Schreibt Joachim Reuter an er gibt euch die Adresse von Bruno![]() Kostenlose Homepage von rePage.de - w - Flirten und Bilder bewerten - Lovemission.de |